Das US-Jungunternehmen Aurora setzt auf der Interstate 45 zwischen Houston und Dallas autonom fahrende Lkw ein. Zuvor hat das Startup sein Fahrzeug über eine Distanz von 1,3 Mio. Kilometern getestet, auf denen stets zur Sicherheit ein Fahrer hinter dem Lenkrad sass. Da dieser laut der Firma niemals eingreifen musste, hat das Unternehmen nun den nächsten Schritt gewagt.
Bei der ersten dieser voll autonomen Fahrten auf der 387 Kilometer langen Strecke war Chris Urmson, CEO und Mitbegründer von Aurora, mit an Bord, allerdings auf der Rückbank. "Der 'Aurora Driver' hat perfekt funktioniert, und ich werde diesen Moment nie vergessen", sagt der Manager. An Bord des serienmässigen Fahrzeugs, das mit dem Fahrersystem nachgerüstet worden ist, befinden sich rund zwei Dutzend Sensoren, darunter Kameras, Mikrofone, Radargeräte und vor allem LiDAR.
Diese Abstandsmessgeräte auf der Basis von Radarstrahlen bilden das Herzstück des Systems. Alle Daten werden vom Bordcomputer in Echtzeit ausgewertet und in Anweisungen an Lenkung, Bremssystem und Gaspedal umgesetzt. Die Sensoren ermöglichen die Vorausschau auf einer Strecke von 450 Metern, selbst in der Nacht. Fussgänger, die sich auf die Autobahn verirrt haben, erkennen die Sensoren bis zu elf Sekunden früher als ein menschlicher Fahrer, beteuert Urmson.
Den Durchbruch hat Aurora mit der LiDAR-Technik von Blackmore geschafft. Das Unternehmen hatte Aurora 2019 übernommen. Es gilt als einer der Technologieführer in diesem Bereich und als Konkurrent zu den Autonomtechniken von Tesla, dessen Chef Elon Musk von LiDAR so gar nichts hält. Was er möglichweise mit der Unfallträchtigkeit seiner autonomen Fahrzeuge bezahlen muss, meinen indes Kritiker.
Aurora arbeitet mit zahlreichen Lkw-Herstellern zusammen, darunter Volvo Trucks und Paccar. Zudem sind an der Entwicklung der autonomen Fahrsysteme der deutsche Autozulieferer Continental und der Chip-Hersteller Nvidia beteiligt, der unter anderem die Halbleiterelemente für KI-Anwendungen entwickelt und produziert.
Die autonomen Lkw sollen einerseits dazu beitragen, den Fahrermangel zu beheben und andererseits auch die Sicherheit auf den Strassen erhöhen. Während die autonomen Aurora-LKWs bisher fast ausschliesslich auf Autobahnen unterwegs sind, sind jetzt auch Fahrten durch Innenstädte geplant, lässt das Unternehmen abschliessend wissen.
