Die iPhone-Erfinderin Apple rüstet Siri mit Hilfe von Googles KI-Software Gemini zu einem konversationellen KI-Assistenten um, der tief ins Betriebssystem iOS integriert werden soll. Die Vorstellung soll gemäss Apple-Angaben im Rahmen der Entwicklerkonferenz WWDC (Worldwide Developers Conference) im Juni erfolgen.
Das überarbeitete System, das Apple-intern unter dem Projektnamen "Campos“ läuft, soll demnach das Herzstück von iOS 27 werden. Es rückt von der alten Befehl-Antwort-Struktur ab und ermögliche flüssige Dialoge.
Die Umrüstung von Siri basiert auf einer vertieften Partnerschaft mit Google. Apple nutzt ein angepasstes KI-Modell von Googles KI-Technologie Gemini. Siri soll künftig Inhalte wie Bilder und Texte generieren, Dokumente zusammenfassen, hochgeladene Dateien analysieren und präzise Websuchen mit zitierten Antworten durchführen können. Das System soll sowohl Sprach- als auch Texteingaben verarbeiten. Und noch in diesem Jahr könnte ein Update (iOS 26.4) erste KI-Verbesserungen bringen.
Allerdings ist die neue Siri nicht als eigenständige App gedacht, sondern soll die bestehende Schnittstelle komplett ersetzen. Aktiviert wird sie zwar weiter per Sprachbefehl oder Seitentaste, aber die Interaktion dahinter ändert sich grundlegend.
Zum entscheidenden Vorteil soll die tiefe Integration in native Apps und das Verständnis für den Bildschirmkontext gereichen. Nutzer könnten so komplexe, mehrstufige Aufgaben stemmen, wie etwa: "Finde Fotos vom letzten Urlaub, passe den Kontrast an und verfasse eine E-Mail mit den Bildern." Der Chatbot erhält Zugriff auf Kalender, Nachrichten und Musik, um Anfragen präziser und persönlicher zu erfüllen. Damit könnte er sogar die systemeigene Spotlight-Suche ablösen. Apple betont, trotz des tiefen Datenzugriffs an seinen strengen Privatsphären-Standards festzuhalten.
Mit dem Siri-Umbau markiert der IT-Gigant aus dem kalifornischen Cupertino eine klare Kurskorrektur. Jahrelang setzte Apple auf KI in einzelnen Features statt auf eine zentrale Konversationsschnittstelle. Der Erfolg generativer KI-Tools von Wettbewerbern hat die Strategie offenbar geändert. Nachdem die ersten, selbst entwickelten "Apple Intelligence“-Features 2024 verhalten aufgenommen wurden, geht das Unternehmen damit nun in die Offensive. Durch die Nutzung der Gemini-Modelle von Google kann Apple die Entwicklung nun beschleunigen. Die Partnerschaft erlaubt es dem Konzern, sich auf seine Kernkompetenz zu konzentrieren, nämlich auf eine polierte, intuitive Benutzeroberfläche, die Hardware und Software nahtlos verbinden soll.
