Neil Houlsby (Bild: Houlsby/Linkedin)

Im Kampf um KI-Talente kann Anthropic einen grossen Coup verbuchen, ist es dem Unternehmen doch gelungengen, den ehemaligen Google Deepfind-Starforscher Neil Houlsby als Chef des neuen Büros in Zürich zu gewinnen. Nach Dublin und London ist Zürich bereits die dritte Niederlassung des von ehemaligen OpenAI-Mitarbeitern gegründeten KI-Unternehmen in Europa. Mit dieser strategischen Expansion erhält das Ringen um die Vorherrschaft um KI weitere Nahrung, wobei bereits auch schon ChatGPT-Erfinderin OpenAI in der Limmatstadt mit einer eigenen Niederlassung vertreten ist.

Zürichs Ökosystem, angereichert mit renommierten Forschungsinstitutionen und einem florierenden Pool an KI-Talenten, macht die Stadt offenbar zu einem attraktiven Ziel für Tech-Giganten und Startups gleichermassen. Der sichtbare Trend der Talentmigration von etablierten Tech-Giganten zu agilen Startups wie Anthropic deutet augenscheinlich auf eine Verschiebung der Talentdynamik in der KI-Branche hin, die vor allem durch die Möglichkeiten und innovativen Aktivitäten angetrieben wird, die diese kleineren, wendigen Unternehmen offerieren. Durch die Ansiedlung in Zürich können Anthropic und andere die in der Schweiz vorhandene gewisse regulatorische Flexibilität nutzen, um Innovation und Compliance in Einklang zu bringen und gleichzeitig mit dem europäischen KI-Netzwerk verbunden zu bleiben.

Neil Houlsby bringt mehr als ein Jahrzehnt Erfahrung in der KI-Spitzenforschung mit, darunter in den Bereichen neuronaler Netze, Computer Vision und Sprachmodelle. Bevor er zu Anthropic als Leiter von Zürich kam, war er Senior Staff Research Scientist und Manager bei Google Deepmind. Er hat über 60 wissenschaftliche Arbeiten publiziert, u.a. zu Vision Transformers, parameter-effizientem Fine-Tuning und den multimodalen PaLI-Modellen. Er promovierte an der University of Cambridge, wo er maschinelles Lernen unter der Leitung von Professor Zoubin Ghahramani und Professor Máté Lengyel studierte.