Amazon setzt verstärkt auf Click and Collect

Amazon-Lieferwagen: verstärkter Fokus auf Click and Collect (Foto: amazon.com)
Amazon-Lieferwagen: verstärkter Fokus auf Click and Collect (Foto: amazon.com)

Online-Handelsriese Amazon setzt mit seinem neuen Service "Counter" in Europa künftig vermehrt auf das "Click and Collect"-Prinzip. Dabei handelt es sich um einen Vorgang, bei dem Kunden eine Online-Bestellung in einem stationären Geschäft abholen. Dadurch kann eine Lieferung zu flexiblen Zeiten am Ziel ankommen.

"Für die Kunden hat Click and Collect den Vorteil, dass sie Kontrolle darüber haben, wann ihre Lieferung eintrifft. Sie können diese zu ihrer gewünschten Zeit abholen und müssen sich nicht darauf verlassen, dass der Nachbar zu Hause ist", kommentiert etwa Stefan Hertel vom Handelsverband Deutschland. Durch diese Abholungen würden mehr Kunden in den Laden kommen, was ein Vorteil für die Geschäfte sei. Schliesslich könnten die Konsumenten auch noch etwas anderes kaufen, wenn sie schon im Laden seien.

Amazon hat in Grossbritannien eine Partnerschaft mit der Kleidungskette Next begonnen. In deren Läden sollen Amazon-Lieferungen in Zukunft abholbar sein. Dabei erhält der Kunde eine E-Mail, sobald die Lieferung da ist sowie die Öffnungszeiten des Geschäftes und einen Strichcode, den er bei der Abholung präsentiert. Die Lieferung kann man innerhalb von 14 Tagen abholen. Next hat hunderte Läden in Grossbritannien und ist ein Pionier auf dem Gebiet von Click and Collect. Jedoch hatte die Kette in den vergangenen Jahren Probleme mit der Verlagerung des Marktes auf den Online-Handel. Laut Next-CEO Simon Wolfson soll die Zusammenarbeit mit Amazon die Relevanz und Lebendigkeit der stationären Geschäfte sichern.

Patrick Supanc, Amazons Leiter für Pick-up-Dienste, sieht die Partnerschaft mit Next als wichtige Möglichkeit, die Kauferfahrung der Kunden bequemer zu machen und eine Win-Win-Situation für die Geschäfte zu schaffen. Amazon hat bereits 2.500 automatische Abholstationen in Grossbritannien, die sich in Supermärkten und auch in Shell-Tankstellen befinden. "Counter" soll auch in Italien in Partnerschaft mit lokalen Geschäftsketten starten. Amazon plant dem "Guardian" zufolge, seine Kooperationen mit lokalen Händlern auf ganz Europa auszuweiten.

"Die Online-Händler profitieren von Click and Collect, weil dadurch mehr Bestellungen aufgegeben werden. Sie bekommen immer einen gewissen Vertrauensbonus, wenn sie in der realen Welt anfassbar werden. Die Kunden müssen allerdings die Vorteile von Click and Collect voll ausschöpfen, die Lieferung muss verlässlich zum vereinbarten Zeitpunkt da sein. Es darf auf keinen Fall jemand umsonst in den Laden fahren", meint Hertel abschliessend.