Erhält in Deutschland vermehrt Konkurrenz: Amazon (Bild: Pixabay)

Immer mehr Handelsketten in Deutschland bauen ihre Online-Shops zu Marktplätzen aus, auf denen auch Drittanbieter ihre Waren oder Dienstleistungen anbieten können. Vorbild ist natürlich der US-Internetgigant Amazon, der mit dem eigenen Warenangebot und seinem Marktplatz inzwischen dem "Online-Monitor 2019" des Handelsverbandes Deutschlands (HDE) zufolge fast die Hälfte der Online-Umsätze in der Bundesrepublik auf sich vereint. Der Löwenanteil des Geschäfts entfällt aber längst nicht mehr auf den Eigenhandel des US-Unternehmens, sondern auf die zahllosen Drittanbieter, die ihre Waren auf dem Amazon-Marktplatz vertreiben.

Marktplätze spielen eine immer bedeutendere Rolle im Online-Handel. Lars Hofacker vom Handelsforschungsinstitut EHI in Köln sagt, dass mehr als 57 Prozent der erfolgreichsten Online-Shops ihre Produkte nicht nur über den eigenen Internetauftritt verkaufen, sondern parallel auch über Online-Marktplätze wie Amazon, Ebay oder Real. Die unangefochtene Nummer eins im Marktplatz-Ranking sei Amazon, das von 47 Prozent der Händler als zusätzlicher Verkaufsweg genutzt werde, auf Platz zwei folge Ebay (37 Prozent).

Kein Wunder, dass andere das Modell kopieren oder weiterentwickeln wollen. Die Supermarktkette Real etwa konnte nicht zuletzt dank der Öffnung des eigenen Shops für andere Anbieter den Umsatz von real.de im vergangenen Geschäftsjahr von 380 Millionen auf 608 Mio. Euro steigern. Jetzt soll ein internationales Online-Marktplatz-Netzwerk mit Partnern in Frankreich, Italien und Rumänien dem Projekt zusätzlichen Schwung geben. Auch der Lebensmittelhändler Rewe ergänzt das eigene Angebot im Internet inzwischen mit den Angeboten ausgewählter Partner wie dem Deko-Anbieter Butlers oder dem Spielwarenhändler Mytoys.



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