Der US-amerikanische Technologie- und Software-Gigant Adobe darf den Suchmaschinenoptimierer Semrush übernehmen. Den geplanten Kauf hat das deutsche Bundeskartellamt im sogenannten Vorprüfverfahren fusionskontrollrechtlich freigegeben. Der Kaufpreis liegt bei über 400 Millionen Euro.
"Da eine erhebliche Verstärkung der Marktstellungen infolge des Zusammenschlusses etwa im Bereich des sich sehr dynamisch entwickelnden Feldes der Antwortmaschinenoptimierung und des Content Managements nicht von vornherein auszuschliessen war, hat das Bundeskartellamt substanzielle Ermittlungen bei Kunden und Wettbewerbern vorgenommen", so Andreas Mundt, Präsident des deutschen Bundeskartellamts.
Im Zuge der Prüfung habe die Bonner Behörde keine ernsthaften Bedenken gegen eine Übernahme festgestellt. Vielmehr habe sich herausgestellt, dass ausreichende Ausweichalternativen bestünden und keine Marktabschottung etwa über eine Bündelung der Produkte der Unternehmen zu befürchten sei. Daher habe man das Vorhaben freigegeben.
Adobe ist unter anderem für seine Kreativitäts- und Produktivitätsanwendungen wie die Bildbearbeitungs-Software "Photoshop" sowie seine PDF-Software bekannt ist. Auch Software für Marketing und Commerce bietet das Unternehmen an, darunter den "Adobe Experience Manager" zur Erstellung und Verwaltung von Online-Inhalten wie Texten, Bildern und Videos.
Die weniger bekannte Semrush Holdings mit Zentrale in Boston im US-Bundesstaat Massachusetts. bietet Software für Online-Sichtbarkeits-Management an, darunter Anwendungen zur Suchmaschinenoptimierung in Hinblick auf die Webpräsenz von Marken. Neu im Sortiment sind Tools zur Optimierung von Markensichtbarkeit und -images in KI-Modellen respektive in darauf aufbauenden Chatbots wie ChatGPT oder Gemini.
