Hacker bei der Arbeit: Bedrohungslage für User und Unternehmen kritisch (Bild: ChatGPT/Dall-E)

Cyber-Kriminelle haben es vermehrt auf Finanzdaten abgesehen. Das zeigen neue Analysen des IT-Security-Spezialisten Kaspersky. Demnach gab es allein 2025 rund 59 Prozent mehr Infostealer, über eine Million kompromittierte Bankkonten und 74 Prozent weiterhin gültige gestohlene Zahlungskarten im Darknet - Tendenz steigend.

"Gestohlene Zugangsdaten und Bankkarten werden im Darknet gesammelt, aufbereitet und weiterverkauft. Gleichzeitig werden Phishing-Kits als sofort einsatzbereite Dienste angeboten. So entsteht ein sich selbst verstärkendes Ökosystem, in dem Datendiebstahl und Betrug ineinandergreifen und Angriffe skalierbar sowie auch für wenig erfahrene Täter leicht umsetzbar werden", so Polina Tretyak, Analystin bei Kaspersky Digital Footprint Intelligence.

Damit sich vor allem Unternehmen gegen die wachsenden Bedrohungen schützen können, sollten sie proaktive Risikoanalysen durchführen und ein gesteigertes Bewusstsein sowie eine genauere Überprüfung seitens der Nutzer umsetzen. Phishing bleibt die Hauptbedrohung. Cyber-Kriminelle Webseiten, die Online-Shops imitieren: Ihr Anteil hat 2025 auf 49 Prozent zugelegt und lag damit um zehn Prozent über dem Vorjahr, heisst es in den Kaspersky-Studien.

Bemerkenswert ist der Rückgang bei Tarnungen unter dem Namen von Banken (26 Prozent, knapp minus 17 Prozent) sowie Zahlungssysteme (rund 26 Prozent, plus sechs Prozent). Den Experten nach deutet der Rückgang beim Banken-Phishing darauf hin, dass diese Dienste zunehmend schwerer zu imitieren sind. Cyber-Gangster würden daher verstärkt auf einfachere Angriffswege ausweichen und ihre Kampagnen an regionale digitale Gewohnheiten anpassen.

Im Nahen Osten konzentrierten sich Phishing-Aktionen stark auf den E-Commerce (86 Prozent). In Afrika dominierten hingegen Angriffe gegen Banken (54 Prozent). Lateinamerika zeigte eine ausgewogenere Verteilung, mit Schwerpunkten auf E-Commerce (46 Prozent) und Banken (42 Prozent). In Europa und der Region Asien-Pazifik verteilte sich das Phishing gleichmässig auf alle drei Kategorien, was auf breiter aufgestellte Angriffsstrategien hindeutet.