Wissenschaftler teilen weltweit nur wenige Daten

Verfasst von Manzey/pte am 29.03.2018 - 00:08

In Kontinentaleuropa beheimatete Forscher teilen neben Studien bereitwilliger detaillierte Daten als britische und US-amerikanische Wissenschaftler. Ein häufiger Grund dafür ist laut "Springer Nature" oft die Sorge um Urheberrechtsfragen und mangelndes Wissen darüber, welcher Datenpool sich für die gemeinsame Nutzung eignet.

Laut der Umfrage unter fast 7.700 Forschern teilen fast zwei Drittel (63 Prozent) routinemässig ihre Daten nach einem wissenschaftlichen Projekt entweder als ergänzende Informationen zu einem Journal oder über einen anderen Datenpool. Zwischen den verschiedenen Ländern gibt es jedoch grosse Unterschiede. Von den 17 Ländern, in denen mehr als 100 Personen auf die Umfrage antworteten, waren die Forscher in Kanada am wenigsten dazu bereit, Daten zur Verfügung zu stellen. Nur 50 Prozent geben an, Daten ergänzend zu teilen.

Es folgen die USA und Australien (jeweils 55 Prozent), Portugal (56 Prozent) und Grossbritannien (58 Prozent). Befragte Wissenschaftler in anderen europäischen Ländern geben an, dass sie Daten im Allgemeinen teilen, wobei Polen den grössten Anteil hat (76 Prozent), gefolgt von Deutschland (75 Prozent) und der Schweiz (69 Prozent). Es gibt zudem auch Unterschiede zwischen den verschiedenen wissenschaftlichen Fächern. Die Biowissenschaften haben den höchsten Anteil an Befragten, die Daten austauschen (75 Prozent), gefolgt von den Geowissenschaften (68 Prozent), den Medizinwissenschaften (61 Prozent) und den Naturwissenschaften (59 Prozent).

Das grösste Hindernis, das von den Forschern für die gemeinsame Nutzung der Daten festgestellt wurde, war, es "in einer vorzeigbaren und nützlichen Weise zu organisieren". Das hebt fast die Hälfte der Befragten (46 Prozent) hervor. Zu den weiteren Herausforderungen zählen Urheberrechtsfragen (37 Prozent), mangelndes Wissen darüber, welche Pools für die gemeinsame Nutzung der Daten genutzt werden sollte (33 Prozent) und ein grundlegender Zeitmangel (26 Prozent).

Insgesamt zeigt die Umfrage, dass es mehr Unterstützung und Bildung im Rahmen des Datenmanagements von Forschern geben sollte - auch für junge Akademiker - während gleichzeitig einfachere und schnellere Wege für den Austausch von Daten notwendig sind.