Twitter erstmals im Plus

Verfasst von ictk am 08.02.2018 - 18:38

Dem US-amerikanischen Mikroblogging-Dienst Twitter ist es erstmals in seiner Firmengeschichte gelungen, in die Gewinnzone zu gelangen. Im vierten Quartal des abgelaufenen Fiskaljahres verzeichnete das Unternehmen mit Sitz im kalifornischen San Francisco wegen gut laufender Verkäufe von Werbevideos und eines strengen Sparregimes einen Überschuss von rund 91 Mio. Dollar (85.5 Mio. Schweizer Franken). Im Vorjahreszeitraum stand noch ein Verlust von etwa 167 Mio. Dollar zu Buche.

Die Marktanalysten und Anleger machten aus der Freude kein Hehl. Die Twitter-Aktie sprang heute vorbörslich um 17 Prozent in die Höhe. In den vergangenen zwölf Monaten hat das Papier bereits 47 Prozent zugelegt und damit deutlich mehr als der S&P-Index, der auf eine Zuwachsrate von 17 Prozent kam.

Mit dem ersten Gewinn in der nunmehr zwölfjährigen Firmengeschichte leitet Twitter eine Trendwende ein. Viele Investoren hätten sich diese schon vor einer Weile gewünscht. Twitter-Chef Jack Dorsey will den Konzern weiter trimmen und auch im Gesamtjahr schwarze Zahlen schreiben. Im Rennen um Werbekunden setzte der Kurznachrichtendienst zuletzt verstärkt auf die Liveübertragung von Konzerten, Sportveranstaltungen und Pressekonferenzen. Zudem wurde die Vorgabe abgeschafft, dass ein Tweet maximal 140 Zeichen umfassen darf.

Den Umsatz steigerten die Kalifornier im vierten Quartal um zwei Prozent auf 731 Mio. Dollar. Es war das erste Plus seit dem vierten Quartal 2016 und lag deutlich über den Erwartungen von Analysten. Dorsey arbeitet seit einiger Zeit an der Erschliessung neuer Erlösquellen wie der Lizenzierung von Daten.

Dennoch ist bei Twitter nicht alles Gold was glänzt. So ist etwa die wichtige Zahl der monatlich aktiven Nutzer auf dem Heimatmarkt im Vergleich zum Vorquartal um eine Million auf 68 Millionen gesunken. Weltweit kommt der Mikroblogging-Dienst, der mit Facebook und Snapchat um die wertvolle Zeit der Nutzer fightet, auf monatlich 330 Millionen aktive Teilnehmer. Twitter geht nach eigenen Angaben verstärkt gegen automatisierte Konten, sogenannte Bot-Profile, vor.