Sammeln von Kinderdaten: Youtube in der Kritik

Verfasst von ictk am 09.04.2018 - 21:15

Nach Facebook gerät nun Youtube wegen Datensammelns in die Kritik: NGOs werfen der Videoplattform mit Firmensitz im kalifornischen Sunnyvale vor, illegal Daten von Kindern abzusaugen. Youtube reagiert zunävhdz abwartend, die Plattform soll ohnehin nur von Kindern ab 13 Jahren genutzt werden. Eine unrealistische Herangehensweise, meint zumindest eine Koalition von 23 Konsumenten- und Kinderschutzgruppen, die nun bei der US-Handelskommission FTC Beschwerde einreichte.

Der zu Google respektive Alphabet gehörende Konzern "lockt junge Menschen absichtlich auf einen mit Werbung gefüllten digitalen Spielplatz", kreidet ein Vertreter der NGOs dem Netzwerk an. Die FTC soll nun Youtubes Umgang mit kindlichen Kunden unter die Lupe nehmen. Google verletze durch die Sammlung von Daten Kinderschutzrechte, so die Argumentation. Mittels Spielen, Musik und Filmen locke man auch zahlreiche Kinder unter 13 Jahren auf die Plattform. Obwohl sich Youtube des jungen Alters vieler User bewusst sei, sauge man persönliche Informationen wie Standort oder Telefonnummer ab. Diese sei in den USA gemäss dem Coppa-Act, einem Gesetz zum Schutz des Privatsphärenschutzes von Kindern, nur erlaubt, wenn das Einverständnis der Eltern vorliege.

Laut den Nutzungsbestimmungen der Videoplattform dürfen Kinder erst ab 13 Youtube nutzen (in Spanien und Südkorea ab 14). Für jüngere Anwender entwickelte Google 2015 eine eigene „Youtube Kids“-App, die kindgerechte Inhalte und Werbung darstellen soll. Die App gibt Eltern diverse Kontrollinstrumente in die Hand, etwa zu bestimmen, wie lange Kinder Videos ansehen können. Auch können Inhalte blockiert oder die Suchfunktion deaktiviert werden.

Für die NGOs ist das zu wenig, wie es in der 59 Seiten starken Beschwerdeschrift heisst. "Google agierte heuchlerisch, indem es fälschlicherweise angibt, Youtube sei nur für über 13-Jährige, während es absichtlich junge Menschen auf einen mit Werbung gefüllten digitalen Spielplatz lockt“, so Jeff Chester vom Center for Digital Democracy. Genau wie Facebook habe es der Konzern verabsäumt, Privatsphären zu schützen.