Politischer Startschuss zur IT-Bildungsoffensive in St. Gallen

Verfasst von ictk am 27.03.2018 - 16:18

Die St. Galler Regierung hat die Vorlage zur IT-Bildungsoffensive dem Kantonsrat zugeleitet. Mit der Offensive will der Kanton St.Gallen alle Bildungsstufen stärken, damit die Chancen seiner Bevölkerung und Wirtschaft steigen, zu den Gewinnern der Digitalisierung zu gehören. Dazu werden 75 Millionen Franken verteilt auf acht Jahre investiert. Die Bevölkerung soll im Februar 2019 über die Vorlage abstimmen. Somit könnten die Massnahmen ab 2019 wirksam werden.

Im Rahmen der Vernehmlassung im Herbst 2017 seien zahlreiche Rückmeldungen eingegangen. Die meisten Stellungnahmen begrüssten die IT-Bildungsoffensive. Die wenigen negativen Stellungahmen bezogen sich auf die Berufsbildung, diese sei nicht ausreichend in der IT-Bildungsoffensive berücksichtigt worden. Die Regierung habe diese Anliegen aus der Vernehmlassung aufgenommen und sehe nun einen zusätzlichen Schwerpunkt der IT-Bildungsoffensive für die Berufsbildung vor. Eine digitale Plattform soll die Akteure der Berufsbildung – Betriebe, Schulen und Branchen­verbände – zusammenführen und lernortübergreifende Ausbildungen ermöglichen. Solche Ausbildungen sollen via Plattform pilotiert werden. Damit rüstet sich der Kanton St.Gallen frühzeitig für eine vom Bund angekündigte Reform der Berufsbildung. Der zusätzliche Schwerpunkt für die Berufsbildung werde im Vergleich zur Vernehmlassungsvorlage kostenneutral finanziert, das heisst, der Gesamtkredit bleibe bei 75 Millionen Franken. Etwas zurückgenommen wurden die Mittel für Forschungs- und Beratungszwecke an den Hochschulen.

Finanziert werden soll die IT-Bildungsoffensive über einen Sonderkredit der Erfolgsrechnung, beanspruchbar in den Jahren 2019 bis 2026.

Die IT-Bildungsoffensive wirke sich auf allen Schulstufen aus, heisst es in der Mitteilung des Kantons. Dieser Ansatz habe schweizweit Pioniercharakter. In der Breite sollen die SchülerInnen aller Schulstufen lernen, den digitalen Wandel mit Innovationsdenken und Verantwortungsbewusstsein anzunehmen und zu gestalten. An der Spitze geht es um die Ausbildung von mehr Fachkräften an den Hochschulen.

Die Schwerpunkte der IT-Bildungsoffensive lauten:
- Volksschule und Mittelschulen: An Modellschulen wird der digitale Unterricht erprobt. Gleichzeitig sollen Lernmedien sowie Weiterbildungen der Lehrpersonen für den digitalen Unterricht entwickelt werden (Kompetenzzentrum Digitalisierung & Bildung).
- Berufsbildung: Es wird eine digitale Plattform für gemeinsam gestaltete und innovativ gelenkte Ausbildungen durch Betriebe, Schulen und Branchenverbände geschaffen (Fit4Future).
- Fachhochschulen: Es wird ein Lernen ermöglicht, das nicht ortsgebunden ist.
Bewährte Studiengänge können so auch in bisher nicht abgedeckten Regionen
angeboten werden (Kompetenzzentrum angewandte Digitalisierung).
- Universität: An der HSG wird eine School of Information and Computing Science
mit einem Bachelor- und Masterstudiengang in der Schnittmenge von IT-
Technologie und Wirtschaft errichtet.
- Wirtschaftspraktika und MINT-Förderung: Kantonsweit werden eine
Vernetzungsplattform für Praktikumsplätzeaufgebaut und MINT-Förderprojekte für
Kinder und Jugendliche, namentlich auch Mädchen, unterstützt.

Die Regierung leitet dem Kantonsrat die Vorlage zur IT-Bildungsoffensive auf die Aprilsession 2018 zur Kommissionsbestellung zu. Die parlamentarische Beratung findet im Sommer und Herbst 2018 statt. Die St.Galler Bevölkerung stimmt voraussichtlich am 10. Februar 2019 über den Kredit ab.