Epson setzt auf Druck, Projektion und Robotik

Verfasst von ictk am 07.03.2018 - 10:43

Der auf bildverarbeitenden Technologien ausgerichtete japanische Elektronikkonzern Epson präsentierte kürzlich seine strategische Ausrichtung für die nächsten Jahre. Der Fokus liegt dabei auf den eigenen Kerntechnologien und Entwicklungen in den Bereichen Tintenstrahltechnologie, visuelle Kommunikation, Wearables und Robotertechnik. Das Unternehmen investiert täglich umgerechnet rund 1,6 Millionen Franken in Forschung und Entwicklung und treibt mit insgesamt 2015 Millionen Franken bis 2019 die hauseigene Precisioncore-Technologie weiter voran.

Fokus Tintentechnologie
IDC sagt für den Business-Inkjet-Druckermarkt in Westeuropa bis 2020 eine jährliche Wachstumsrate von über zehn Prozent (CAGR) voraus, wobei die Tintenstrahltechnologie im Office-Markt weiter an Bedeutung gewinnen soll. 2017 stellte Epson die Workforce Enterprise Drucksysteme vor, die mit einer Druckgeschwindigkeit von bis zu 100 ipm auf hohe Anforderungen an die Geschwindigkeit von Drucksystemen ausgerichtet sind.

"Mit der Workforce Enterprise komplettieren wir unser Portfolio für die im Büro anfallenden Druck- und Kopieranfragen. Wir arbeiten auch im kommenden Geschäftsjahr eng mit dem Channel zusammen und konzentrieren uns im Drucksegment auch weiterhin klar auf das Thema Tintenstrahldruck im Büro", sagt dazu Giordano Sticchi, Leiter der Epson Niederlassung in der Schweiz. Laut seinen Angaben sollen Inkjets gegenüber Laserdruckern bis zu 99 Prozent Abfall sparen, bis zu 92 Prozent weniger CO2 produzieren und bis zu 96 Prozent weniger Strom benötigen.
Gesamtlösungen würden weiter an Bedeutung gewinnen, und Epson sei mit seinen Allianzen mit Nuance, Papercut und YSoft im Bereich Dokumentenmanagement-Software gut aufgestellt.

Visuelle Kommunikation
Der Markt für Projektionslösungen wird nach Meinung von Marktforschern weltweit zwischen 2016 bis 2020 um etwa 27 Prozent zulegen. Epson gilt seit nunmehr 17 Jahren als Weltmarktführer im Bereich Projektion. "Im Jahr 2017 war etwa jeder dritte verkaufte Projektor in der Schweiz ein Epson-Projektor," sagt Sticchi. Dies beruhe nicht zuletzt auf der breit gestützten Marktpräsenz in den verschiedensten Bereichen von Home Cinema, über Education, Öffentliche Auftraggeber und Installation.

Diese Position wolle das Unternehmen auch 2018 durch entsprechende Investitionen in neue Produktgruppen und auf Basis von strategischen Partnerschaften, wie mit der Lang AG, Kramer oder AV-Solution Partner ausbauen. Eine besondere Rolle für die Stärkung der Position sollen dabei Lösungen aus den Bereichen „Professional Displays“, Installationsprojektoren für Grossveranstaltungen sowie die Einführung von Laserlichtquellen auch für Produkte aus dem Einstiegsbereich übernehmen.

Auch im Markt für Augmented Reality (AR) ortet Epson gute Expansionschancen. Hier sei man mit der AR- Brillenserie Moverio breit aufgestellt. Giordano Sticchi hierzu: "Augmented Reality vollzieht einen raschen Siegeszug, da viele Unternehmen von der Prüfphase der Machbarkeit zur massentauglichen Umsetzung übergehen. Zu den Einsatzmöglichkeiten, die in verschiedenen kommerziellen Sektoren weiter zunehmen werden, zählen Einzelhandel, Gesundheits- und Bildungswesen, Entertainment, Reparatur und Wartung, Museen und Tourismus."

Grossformatdruck: Signage und Textil im Fokus
Digitalisierung und Individualisierung haben immensen Einfluss auf traditionelle Produktionsverfahren, auch und im Besonderen in der Textilindustrie. Durch die Eingliederung von Robustelli in die Epson-Gruppe sollen Kunden vom Know-how im digitalen Textildirektdruck (DTG) profitieren. „Angefangen bei den Epson Signagedruckern der Surecolor SC-S Reihe über die Sublimationsreihe Surecolor SC-F bis zu den Epson Monna Lisa-Textildruckern erhalten Kunden Maschinen, mit denen sowohl Einzelstücke als auch grosse Flächen kostengünstig hergestellt werden“, erklärt Frank Schenk, Head of Professional Graphics and Industrial Printing bei Epson. In Deutschland kooperiert Epson dazu bereits seit 2016 mit der Hochschule Niederrhein. Vom Foliendesign für Fahrzeuge über Interieur bis hin zu Mode-Design reichen hier die Arbeiten der Studierenden. Auch im laufenden Jahr werde diese Zusammenarbeit weiter fortgeführt, genauso wie die Kooperation mit Richard Quinn, Designer aus London.

Etikettendruck und POS
Auch hier setze man bei Epson weiterhin auf starke Partnerschaften, um für die voranschreitende Digitalisierung entsprechende Lösungen zu entwickeln, heisst es. Neben der eigentlichen Kassenlösung gehe es heute vor allem um die Themen Kundenbindung, Retail Analytics und auch den elektronischen Kassenbon. Vom „Point of Sale“, dem reinen Transaktionspunkt, zum „Point of Service“.

Robotertechnologie für Produktionsstätten
Den Analysten von IDC zufolge verdoppeln sich bis zum Jahr 2020 die weltweiten Ausgaben für Robotertechnik und damit verbundene Dienstleistungen auf über 150 Milliarden Euro (188 Milliarden US-Dollar). Epson begleitet diese Entwicklung zum Beispiel mit seinen Einstiegsmodellen T3. Volker Spanier, Head of Robotic Solution Europa, sagt: "Diese neue T3-Serie wird einer der begehrtesten Roboter der nächsten Jahre werden, denn diese Lösung ist auch in der Lage, bislang vielfach eingesetzte Achssysteme zu substituieren – ist aber deutlich flexibler." Epson erwartet für sein weltweites Robotergeschäft bis zum Ende des Geschäftsjahres 2018 ein Wachstum von etwa 30 Prozent auf rund 165 Millionen Euro (22 Milliarden Yen).

Die andere Seite der Robotertechnologie besteht im wachsenden Angebot von Robotern, die nicht wie bisher üblich verrichtungsorientiert sondern problemorientiert eingesetzt werden. Hier spielt der Epson Doppelarmroboter WorkSense W-01, der auf der Automatica 2018 in München offiziell in Europa gelauncht wird, die Rolle des Wegbereiters. Seine zahlreichen Sensoren und Kameras ermöglichen ihm eine allgemeine und nicht, wie bei beispielsweise nur mit Kameras ausgerüsteten Maschinen bisher übliche, ausschnittsweise „Wahrnehmung“ der Umgebung. Er holt sich die Informationen, die er zur Lösung eines Problems benötigt, und entscheidet basierend auf diesem Input, wie eine Aufgabe anzugehen ist.

Nachhaltiges Handeln
2017 wurde Epson Mitglied im CSR-Europe (Corporate Social Responsibility). Henning Ohlsson, Geschäftsführer der Epson Deutschland und CSR-Direktor Epson Europa und Emea, postuliert: "Wir sehen ganz klar eine Entwicklung: Wurden Themen wie Nachhaltigkeit von Herstellern in erster Linie von öffentlichen Auftraggebern nachgefragt, gewinnen sie im Retail und bei KMUs nun zusätzlich an Bedeutung. Für uns heisst das auch, dass Kriterien wie Nachhaltigkeit bei Einkäufern und Kunden über alle Bereiche hinweg immer wichtiger werden. Als Unternehmen mit einer traditionell auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Unternehmensstrategie begrüssen wir diese Entwicklung ausserordentlich.“ Soziale und umweltgerechte Aktivitäten sollen daher weiter fortgeführt und ausgebaut werden.

Giordano Sticchi, Leiter der Epson Niederlassung in der Schweiz: 'Im Jahr 2017 war etwa jeder dritte verkaufte Projektor in der Schweiz ein Epson-Projektor!' (Bildquelle: Epson)

Henning Ohlsson, Geschäftsführer Epson Deutschland und CSR-Direktor Epson Europa und Emea: 'Kriterien wie Nachhaltigkeit werden auch bei Einkäufern und Kunden über alle Bereiche hinweg immer wichtiger!'