Das Paradoxon der Cyberbedrohungen

Verfasst von ictk am 07.03.2018 - 20:12

Cyberkriminelle Angriffe werden zunehmend aggressiver und zielgerichteter. Aus dem heute veröffentlichen Security-Roundup-Report der IT-Sicherheitsfirma Trend Micro für das Jahr 2017 geht hervor, dass vor allem punktgenaue, strategische und profitbringende Angriffe auf dem Vormarsch sind.

Der Sicherheits-Roundup von Trend Micro mit dem Titel "Das Paradoxon der Cyberbedrohungen" bündelt aktuelle Forschungsergebnisse der IT-Sicherheitsfirma zur derzeitigen IT-Bedrohungslage. Wie daraus hervorgeht, konnten die Sicherheitsforscher im Jahr 2017 eine deutliche Zunahme bei Ransomware, dem Mining von Kryptowährungen und Business-E-Mail-Compromise (auch bekannt als Chef-Masche) feststellen. Cyberkriminelle arbeiten kontinuierlich an der Steigerung der Profitabilität solcher Angriffe. Dieser Trend werde sich auch im Jahr 2018 fortsetzen, heisst es.

Der Bericht zeigt einen 32-prozentigen Zuwachs bei neuen Ransomware-Familien im Vergleich zum Jahr davor, wobei diese von einer kleineren Anzahl professionalisierter Krimineller ausgingen. Business-E-Mail-Compromise-Angriffe haben sich von der ersten Jahreshälfte 2017 zur zweiten mehr als verdoppelt. Die Anzahl von Kryptowährungs-Malware stieg sprunghaft auf über 100.000 Entdeckungen alleine im Oktober an.

Für das Jahr 2018 rechnet Trend Micro mit einer weiteren Zunahme strategischer und zielgerichteter Angriffe. Darunter fallen auch Erpressungsversuche, die im Zusammenhang mit der Umsetzung der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) stehen. Im Falle eines Datenverlustes können Cyberkriminelle mit der Veröffentlichung der gestohlenen Daten drohen, sofern die betroffenen Unternehmen nicht DSGVO-konform sind oder ihrer Auskunftspflicht nicht nachkommen.

"Der Sicherheits-Roundup offenbart eine komplexe Bedrohungslandschaft. Cyberkriminelle stellen zunehmend fest, dass strategische Angriffe auf wertvolle Unternehmens-Assets den grössten Nutzen bringen, ganz gleich ob es sich dabei um Geld, Daten oder Reputationsschäden handelt", betont Jon Clay, Director of Global Threat Communications bei Trend Micro. Und Clay weiter: "Diese Entwicklung bestätigt unsere Ansicht, dass es keine Allzweckwaffe im Kampf gegen die grosse Bandbreite an Bedrohungen für Unternehmen gibt. Wir raten stattdessen zu einer generationsübergreifenden Sicherheitslösung, die eine Mischung bewährter Sicherheitsmechanismen nutzt, um Risiken effektiv zu verringern."

Auch angreifbare IoT-Geräte sind weiterhin ein grosses Sicherheitsrisiko. Trend Micro identifizierte 2017 über 45,6 Millionen Vorfälle von Kryptowährungs-Mining, was insgesamt 49 Prozent aller Sicherheits-Vorfälle mit IoT-Geräten ausmachte. Auch Software-Schwachstellen sind weiterhin ein beliebtes Ziel, wobei im Rahmen der Zero Day Initiative (ZDI) über 1.008 neue Sicherheitslücken entdeckt und veröffentlicht wurden.
Der vollständige Report: http://blog.trendmicro.de/wp- content/uploads/2017-Paradoxon-der-Cyberbedrohungen.pdf