Bei Hostpoint ist Firmenkultur mehr als nur ein Schlagwort

Verfasst von Karlheinz Pichler am 28.03.2018 - 09:51

Die vor 17 Jahren gegründete Hostpoint hostet derzeit rund 250'000 Websites und verwaltet über 500'000 Domains. Im Interview mit ICTkommunikation erläutert Mitgründer und CEO Markus Geber unter anderem, warum das Unternehmen mit seinen knapp 60 Mitarbeitenden dem Standort Rapperswil-Jona die Treue hält und wo aktuell die grössten Herausforderungen des Unternehmens liegen.

Interview: Karlheinz Pichler

ICTkommunikation: Hostpoint ist im vergangenen Jahr um 12,5 Prozent gewachsen. Werden Sie diesen Prozentsatz auch im laufenden Jahr halten können?

Markus Gebert: Als privates Unternehmen veröffentlichen wir keine exakten Wachstumsprognosen. Fakt jedoch ist, dass wir ein Wachstum im gleichen Stil wie in den vergangenen Jahren anstreben. Das Jahr ist noch jung, hat jedoch vielversprechend begonnen. Wir sind zuversichtlich, dass Hostpoint auch 2018 im zweistelligen Prozentbereich wachsen wird.

ICTkommunikation: Wo sehen Sie mittelfristig die grössten Herausforderungen für Ihr Unternehmen?

Markus Gebert:
Der Fachkräftemangel ist eine Tatsache, mit der wir uns auseinandersetzen müssen. Als konstant wachsendes Unternehmen sind wir immer auf der Suche nach Talenten. Die Rekrutierung ist aber nicht immer ganz so einfach, wie wir uns das wünschen würden.

Dabei geht es nicht nur darum, talentierte Mitarbeitende für uns zu gewinnen, sondern auch die bestehenden Mitarbeitenden zu halten. Darum investieren wir viel Zeit und Energie in dieses Thema und tun unser Möglichstes, um optimale Arbeitsbedingungen zu schaffen. Dazu gehört ein modernes und attraktives Office. Aber auch die Firmenkultur spielt eine wichtige Rolle. Bei Hostpoint stehen Kollegialität, flache Hierarchien, Professionalität und eine ungezwungene Stimmung im Vordergrund. Die eben neu bezogenen Büros im Zentrum von Rapperswil widerspiegeln diese Kultur perfekt.

ICTkommunikation: Der von ihnen angsprochene Umzug von Hostpoint anfangs Jahr in neue Büroräume ganz in der Nähe vom Stadtzentrum von Raperswil-Jona bedeutet ja auch ein weiteres, längerfristiges Bekenntnis zu diesem regionalen Standort. Was hat Sie davon abgehalten, etwa in die Agglomeration Zürich zu wechseln? Was bringt Ihnen der Standort in Rapperswil-Jona, wo ja ansonsten keine namhaften IT-Firmen angesiedelt sind?

Markus Gebert:
Wir haben eine enge Verbindung zu Rapperswil-Jona und sind in der Region stark verankert. Wir sind überzeugt, dass die Region wirtschaftlich grosses Potenzial bietet. Uns langfristig zur Region zu bekennen und neue Räumlichkeiten in Rapperswil zu beziehen, war daher eine einfache Entscheidung – wir profitieren hier von vielen Vorteilen.

Mit der HSR (Hochschule für Technik Rapperswil) haben wir Zugang zu äussert gut ausgebildeten Leuten. Unser neues Büro ist in Gehdistanz vom Bahnhof Rapperswil, was uns für Pendler perfekt positioniert. Und in unmittelbarer Nähe zu See und Altstadt fühlen wir uns zuhause. Die grosszügigen Büros, die Design und Industrieflair verbinden, bieten uns hier den perfekten Rahmen für erfolgreiches Arbeiten.

ICTkommunikation: Gibt es spezielle Kooperationen mit der HSR und wie wichtig ist diese Bildungseinrichtung für Hostpoint als Lieferant von Fachkräften konkret?

Markus Gebert: Es gibt derzeit keine Kooperationen mit der HSR. Die Hochschule ist eine erstklassige Ausbildungsstäte, die uns Zugang zu gut ausgebildeten Mitarbeitenden bietet. Wie bereits erwähnt ist die Nähe zur HSR ein klarer Standortvorteil.

ICTkommunikation:
Wie ist eigentlich die Nachfrage nach speziellen Domain-Endungen wie etwa .swiss, .watch, .coffee oder .club? Und welche Bedeutung hat das Registrationsgeschäft grundsätzlich für Hostpoint?
Markus Gebert: Einige der neueren Top-Level-Domains laufen bereits sehr gut, andere haben klar Steigerungspotenzial.

Für uns wurde das Registrationsgeschäft vor allem in den letzten Jahren immer wichtiger, nachdem Switch das Endkundengeschäft aufgegeben hatte.

ICTkommunikation: Sie haben zusammen mit Claudius Röllin per Ende November 2017 ja den Aktienanteil von Hostpoint-Mitgründer Sandro Bertschinger in der Höhe von einem Drittel übernommen. Ist das die Garantie dafür, dass Hostpoint auch langfristig gesehen weiterhin Inhabergeführt bleibt?

Markus Gebert: Hostpoint ist und bleibt inhabergeführt. Dies war schon immer ein zentraler Erfolgsfaktor des Unternehmens. Unser kontinuierliches Wachstum beweist dies eindrücklich. Als inhabergeführtes Unternehmen können wir langfristig orientiert arbeiten und planen. Die Entscheidungswege sind kurz, die Agilität hoch. Wir wollen weiter an diesem Modell festhalten.

Hostpoint Co-Founder und CEO Markus Gebert: 'Hostpoint ist und bleibt inhabergeführt. Dies war schon immer ein zentraler Erfolgsfaktor des Unternehmens.'

Der Eingangsbereich des neuen Hostpoint-Standorts in Rapperswil-Jona (Foto:Gataric)