Zentrale Informatik für dezentrale Standorte

Verfasst von Andreas Heer am 14.04.2009 - 08:39

Das Elektrotechnikunternehmen Hans K. Schibli besitzt 85 PC-Arbeitsplätze für die 320 Mitarbeiter. Dafür verteilen sich die Rechner auf zehn Standorte. Es ist Aufgabe des IT-Leiters Rico Bardola, deren Daten unter einen zentralen Hut zu bringen.

Welche Ziele verfolgen Sie mit Ihrer IT-Strategie?

Da wir ein ISO-9001-zertifiziertes Unternehmen sind, muss die Informatik die Geschäftsprozesse optimal unterstützen und auch selber in diese Abläufe integriert sein. Und natürlich ist es uns wichtig, dass die Anwender – also die Mitarbeiter – zufrieden sind und die IT ihnen bei ihrer täglichen Arbeit hilft. Da wir eine Citrix-Umgebung verwenden, können die Mitarbeiter bei Bedarf auch von ausserhalb arbeiten, etwa von zu Hause aus.

Diese Aufgaben versuchen wir mit einem möglichst tiefen Aufwand für Wartung und Support zu erfüllen, obwohl wir neben dem Hauptsitz auch zehn Aussenstellen betreuen.

Wer ist bei Schibli in die strategische IT-Planung involviert?

Als reines Familienunternehmen verfügen wir über kurze Entscheidungswege und müssen keine externen Geldgeber berücksichtigen. Projekte besprechen jeweils der Leiter Logistik und ich zusammen, bevor wir sie der Geschäftsleitung unterbreiten. Diese Arbeit im Zweierteam vereinfacht das Vorgehen stark.

Zu unserer strategischen Planung gehört auch, dass wir unsere IT-Infrastruktur nachhaltig betreiben wollen. So wechseln wir etwa Hardware frühzeitig aus, um jeweils auf dem aktuellen Stand zu sein.

Welche Projekte werden Sie in den nächsten zwölf Monaten beschäftigen?

Im Vordergrund steht aktuell die Konsolidierung der Daten: Diese sind derzeit teilweise lokal in den Filialen abgelegt und werden auch dort gesichert. Wir planen nun eine zentrale Datenablage. Dazu haben wir auch das Konzept fürs Backup und die Archivierung der Dateien und E-Mails überarbeitet.

Im Rahmen der Datenkonsolidierung prüfen wir derzeit Möglichkeiten, auch die Desktops an zentraler Stelle virtuell zu betreiben, um dann wirklich alle Daten an einem Ort zu haben. Wir setzen bereits heute Terminaldienste von Citrix ein und VMware für die Server-Virtualisierung. Wir klären derzeit ab, welchen Anbieter wir für die Desktop-Virtualisierung berücksichtigen werden.

Welchen Teil der Aufgaben decken Sie mit internen Spezialisten ab, und wo sind Sie auf externe Unterstützung angewiesen?

Mit der Firma Entec haben wir ein Tochterunternehmen, das Kundenprojekte in den Bereichen IT und Telekommunikation durchführt und über das entsprechende Support-Know-how verfügt. Wir können also den Support quasi intern abdecken. Ich diene dabei als Anlaufstelle und leite die Support-Anfragen weiter.Wir betreiben unsere gesamte Infrastruktur mit Dell-Systemen. Bei grösseren Projekten ziehen wir deshalb jeweils Spezialisten von Dell und ihren Partnern bei, wobei die Projektleitung bei uns liegt.

Welche IT-Trends verfolgen Sie respektive sind für Ihre Arbeit besonders wichtig?

Da wir im Bereich Elektrotechnik tätig sind, verfolge ich auch die entsprechenden Trends. Denn heute sind sämtliche Komponenten, von der Alarmanlage bis zur Übertragungstechnik, mit IT verbunden. Zu den für uns wichtigen Trends gehören Verkabelungs- und Bus-Techniken aber genauso wie die Telematik und die gesamte Kommunikation. Wir müssen auf dem aktuellen Stand sein. Hierzu sammeln wir auch intern Erfahrungen, die wir dann an unsere Kunden weitergeben können.

Wo sehen Sie Optimierungspotenzial in Ihrer IT-Infrastruktur?

Das grösste Potenzial liegt sicher in der Konsolidierung der verschiedenen Datenpools, die jetzt über die Standorte verteilt sind. Das erschwert es auch der Geschäftsleitung, Einblick in Unternehmensdaten zu erlangen. Solche Probleme können wir mit zentral gespeicherten Daten lösen.

Mit redundanten VPN-Verbindungen zwischen Filialen und Zentralen könnten wir zudem die Verfügbarkeit des Zugriffs steigern. Zudem überlegen wir, aus Sicherheitsgründen die Daten an einen zweiten Standort zu spiegeln, um die Datensicherheit zu verbessern.

Wo liegen die grössten Schwierigkeiten bei Ihrer Arbeit?

Auch wir müssen den Spagat machen zwischen den Ansprüchen der Benutzer und dem kostengünstigen Betrieb der IT. Es geht also darum, die Bedürfnisse der Anwender möglichst kostengünstig umzusetzen und die Balance zu finden zwischen Wünschbarem und Nötigem.

Was ist Ihr persönliches Lieblings-IT-Produkt?

Der Tablet-PC und das Windows-Mobile-Handy: Mit diesen beiden Geräten kann ich von überall her auf unser Firmennetz zugreifen und den aktuellen Status abfragen. Das gibt mir die Sicherheit, immer über die Vorgänge im Netz informiert zu sein, und zwar, bevor eine entsprechende Support-Anfrage eines Benutzers eintrifft.

Hans K. Schibli