Wie man die Cloud aufrüstet

Verfasst von ictk am 16.03.2017 - 01:18

Das reibungslose Funktionieren von Websites und digitalen Services ist zentral für Unternehmen. Dennoch haben laut einer Befragung der auf Managed Cloud ausgerichteten Rackspace mit internationalem Hauptsitz in Zürich, längst nicht alle IT-Verantwortlichen in Unternehmen Erfahrung im Betrieb von cloudbasierter Infrastruktur. Dies könnte dazu führen, dass Systeme instabil laufen, wichtige Daten verloren gehen und Kundenbedürfnisse somit nicht mehr vollumfänglich abgedeckt werden können. Wie man die Cloud aufrüstet, zeigt Rackspace anhand von fünf Tipps.

1. Sich Zeit zum Reflektieren nehmen
Um voll durchzustarten, sollten Unternehmen zuerst einen Moment innehalten und das vergangene Jahr Revue passieren lassen. Wie viel Downtime gab es und was waren die Ursachen dafür? Was lief gut? So können allfällige Bugs, Problemstellen sowie Lösungsmöglichkeiten identifiziert werden.

Mit dem Aufkommen von neuen Kommunikationsmitteln hat sich der Trend zur ständigen Erreichbarkeit weiter verstärkt. Dies bedingt auch, dass IT-Systeme stabil und kontinuierlich laufen. Einige Unternehmen haben das Glück, zu wissen, wann der Traffic auf ihrer Website ansteigen wird und können dies in ihren Analysen berücksichtigen. Kann man die Kundenbedürfnisse auch in hektischen Zeiten und im Falle eines drastischen Anstiegs der Zugriffszahlen noch intern erfüllen oder ist während dieser Zeiten externe Hilfe notwendig?

2. Energie sparen
Unternehmen profitieren heutzutage deutlich mehr von Energiesparmassnahmen als nur durch eine tiefere Stromrechnung: Eine nachhaltige Energiestrategie zieht nicht nur bei Kunden, sondern auch bei zukünftigen Angestellten. Gerade angesichts des hart umkämpften Marktes von ICT-Fachkräften können Nachhaltigkeit und ein sorgfältiger Umgang mit den vorhandenen Ressourcen Arbeitgebern einen Vorteil gegenüber Mitbewerbern verschaffen.

Es könnte Sinn machen, auf massgeschneiderte Energieversorgungslösungen zurückzugreifen – insbesondere, wenn mehrere Server daran angeschlossen sind. Dabei sollte man allerdings beachten, dass die Energiezufuhr im Falle einer erhöhten Nachfrage rasch angepasst werden kann.

3. Die Daten ausmisten

Zahlreiche Unternehmen speichern weitaus mehr Daten als sie eigentlich benötigen. Neue Datenschutzregelungen wie GDPR (General Data Protection Regulations) führen dazu, dass Unternehmen sich Gedanken darüber machen müssen, welche Daten wie lange gespeichert werden dürfen.

So dürfen Website-Betreiber das Nutzerverhalten der Besucher nur noch analysieren, wenn die User dem explizit zugestimmt haben. Diese Einwilligung hat freiwillig zu erfolgen und muss unmissverständlich sein. Ein Hinweis in den AGB reicht nicht mehr. Bei Nichtbefolgen des Gesetzes will die EU Firmen künftig mit vier Prozent des Jahresumsatzes oder mit bis zu 20 Millionen Euro büssen. Die GDPR-Bestimmungen gelten nicht nur für Unternehmen, die Daten sammeln. Sämtliche Firmen, die mit personenbezogenen Daten arbeiten, müssen die neuen Regeln befolgen. Bis anhin gingen viele Unternehmen davon aus, dass die Verantwortung an Cloud- und Security-Anbieter abgegeben werden kann. Neu wird die Last gleichermassen von Providern und Business-Kunden getragen. Auch Mitarbeitende sollten nur diejenigen Daten speichern, die sie im Arbeitsalltag tatsächlich benötigen.

Von kritischen Daten sollte ein Backup existieren, damit im Falle eines Hardware-Ausfalls wiederhergestellt werden können. Diese Notfallwiederherstellungssysteme und -prozesse sollten regelmässig getestet werden. Dies wird oftmals vergessen.

4. Die Cyber-Security aufstocken
Dass das Thema Cyber-Sicherheit nach wie vor aktuell ist, zeigte nicht zuletzt der im letzten Sommer erfolgte Hacker-Angriff auf Facebook-Gründer Mark Zuckerberg: "Wir haben Zugriff auf deine Konten auf Twitter, Instagram und Pinterest", schrieben die Hacker dem Gründer des weltweit meistgenutzten sozialen Netzwerks. Um öffentlich zu belegen, dass die Attacke tatsächlich stattgefunden hatte, beantworteten die Angreifer ihren eigenen Beitrag von Zuckerbergs Twitter-Profil aus.

Auch 2017 werden Cyber-Attacken auf Unternehmen, Organisationen und Prominente weiterhin für Schlagzeilen sorgen. Da von unterschiedlichen Geräten und nicht selten auch von überall auf der Welt aus auf das Firmennetzwerk zugegriffen werden soll, wurde die Infrastruktur der meisten Unternehmen in den letzten Jahren flexibler und damit auch komplexer als je zuvor. Dadurch ergeben sich für Cyber-Kriminelle mehr und grössere Angriffsflächen. Um sich davor zu schützen, sollten Unternehmen sämtliche Mitarbeitenden auf die Themen Hacker-Angriffe, Phishing und Sicherheit sensibilisieren und das Unternehmensnetzwerk regelmässig auf potenzielle Einfallstore überprüfen.

5. Neue Fähigkeiten erwerben
Mit dem Aufkommen von Cloud Computing haben sich nicht nur IT-Infrastrukturen grundlegend verändert, sondern auch die Anforderungen an Nutzer und Bewerber. Im letzten Jahr konnte ein signifikanter Anstieg von Jobs, in denen Kenntnisse von Amazon Web Services (+36 Prozent im Vergleich zum Vorjahr) oder Microsoft Azure (+61 Prozent) Voraussetzung sind, verzeichnet werden.

Fähigkeiten im Zusammenhang mit Cloud Computing werden also weltweit immer wichtiger. Deswegen müssen neue ICT-Fachkräfte mit entsprechendem Vorwissen rekrutiert und bestehende Mitarbeitende in diesem Bereich geschult werden.