Wege zur passenden Plattform-Lösung für die digitale Transformation

Verfasst von Swantje Krüger, Wordfinder am 08.12.2016 - 11:20

Digitale Transformation braucht eine technische Basis, digitale Plattformen sollten jedoch nicht zum Selbstzweck werden: Worauf es bei der Einführung der neuen digitalen Plattformen ankommt, wie Unternehmen die eigenen Ressourcen clever nutzen und warum es von Vorteil ist, sich Unterstützung bei einer professionellen Digitalagentur zu suchen.

Verbraucher mögen es gern einfach, wenn es um Informationen oder auch den Kauf selbst geht – sie wollen den Weg wählen, der für ihre aktuelle Situation gerade optimal ist, sei es die Recherche per Smartphone oder eine Bestellung und Abholung beim Händler in der Nähe. Für die Unternehmen ist es durchaus nicht leicht, diesen Anforderungen zu entsprechen, denn das setzt meist eine Änderung des Geschäftsmodells, der Prozesse sowie die Integration aller Kanäle voraus – mit allen Daten zu Produkten, der Verfügbarkeit, der Kundenhistorie und nicht zuletzt der Contentverwaltung für mehrere Kanäle. Ohne leistungsstarke digitale Plattformen ist das kaum machbar, deshalb wird die Einführung eines passenden Systems zu Recht als notwendig und dringend eingestuft. Die Auswahl dieses Systems erweist sich jedoch als kompliziert und zeitraubend, will man sie aus eigener Kraft bewältigen.

Für die Unternehmen und ihre IT- oder Einkaufsabteilungen ist das in aller Regel Neuland, es gibt keine Spezialisten, die diesen Markt kennen. So müssen zunächst Informationen recherchiert, Funktionsumfang, Komptabilität, Angebote und Preise verglichen werden. Dazu kommt, dass kein Anbieter alle Anforderungen vollständig abdecken kann: Es gibt Content Plattformen, um Inhalte in mehreren Kanälen auszuspielen (inkl. Planung, Monitoring und Analyse), E-Commerce-Plattformen, Produktinformationssysteme (PIM) und – häufig schon im Einsatz, selten auf dem neuesten Stand – CRM Systeme. Das bedeutet, entweder mehr als ein System anzuschaffen oder aber Abstriche machen zu müssen. Ein oft gesehener Fehler dabei ist, dass am Beginn einer digitalen Transformation zuerst eine Plattform ausgewählt und installiert wird. Der bessere Weg für die Auswahl und den Aufbau einer digitalen Plattform ist, dies anhand der Schwerpunkte einer digitalen Roadmap zu erledigen. Im besten Fall hat man am Ende eine Lösung, die die Anforderungen abdeckt. Für die Auswahl der strategisch passenden digitalen Plattform empfiehlt es sich, Experten mit guter Markt und Produktkenntnis in die Auswahl einzubeziehen. Vor diesem Hintergrund erscheint es klüger, die eigenen Kräfte vor allem bei der Analyse und Entwicklung des eigenen Geschäftsmodells einzusetzen und bei der Strategiefindung und technischen Umsetzung auf einen Partner zu setzen.

Erst Geschäftsmodell finden, dann die Technik

Wie etwa die Digitalagentur Ecx.io, eine IMB-Tochter, betont, nimmt ein solches Projekt, also die digitale Roadmap, von der Analyse, über die Strategie-Erstellung bis zur Roadmap-Planung je nach Firma zwischen 3-6 Monate in Anspruch. Im ersten Schritt geht es darum, wie sich das Unternehmen im Markt aufstellen möchte: Wie soll das künftige Geschäftsmodell aussehen? Die Überlegungen betreffen die Art und Weise, wie mit Kunden und Stakeholdern interagiert wird, es kann aber auch um die Erweiterung oder Änderung der Vertriebskanäle gehen, indem z.B. Endkunden auch direkt beliefert werden, den Ausbau von E-Commerce, zusätzliche Services oder auch die Expansion in neue Regionen. Oft sind aber auch schlichtweg geänderte Rahmenbedingungen im Markt, neue Wettbewerber und sich ändernde Geschäftsmodelle Gründe, die Unternehmen zur Entwicklung einer digitalen Roadmap leiten. Der Part der Agentur ist dabei die strukturierte Abwicklung aller Teilaspekte die in einer digitalen Roadmap bedacht werden sollten, vor allem sollte sie das Verständnis der digitalen Transformation als einen ganzheitlichen und kontinuierlichen Veränderungsprozess mit einbringen. Den eigenen Markt, die Kunden, aber auch die eigene Stärke, kennt dagegen niemand so gut wie die Beteiligten aus dem Unternehmen selbst. Der Berater ist in dieser Phase oft der Sparring Partner mit viel Erfahrung im digitalen Bereich und von anderen Projekten.

Interne Strukturen an Geschäftsmodell anpassen

Für eine vollständige Analyse, die Strategieentwicklung aber auch die nachhaltige Umsetzung, ist die Arbeit mit einem multidisziplinären und abteilungsübergreifenden Team Bedingung. Die oft noch verbreitete "Silo"- Mentalität gilt es zu überwinden. Im Mittelpunkt aller Anstrengungen steht der Nutzer und dieser Fakt muss sich auch in der internen Unternehmensstruktur und der Art der Zusammenarbeit widerspiegeln. Dazu sollten zum einen die Aktivitäten der kundennahen Bereiche wie Marketing, Kommunikation und Vertrieb eng verzahnt und aufeinander abgestimmt sein – dass die IT-Abteilung von Beginn an involviert sein muss, versteht sich von selbst. Zum anderen findet auch eine gewisse Rückwärtsintegration statt, gerade im produzierenden Gewerbe betrifft die Digitalisierung auch die Transformation der Produktion selbst, die neuen Plattformen greifen tief in die Prozesse ein, bis hin zu einzelnen Produkt- und Maschinendaten.

Erst nachdem das Geschäftsmodell und alle sich daraus ergebenden Anforderungen definiert sind, widmet man sich der Auswahl der passenden Systeme für den Aufbau einer digitalen Plattform. In dem bei Ecx.io eingesetzten Prozess ist dieser Punkt nur einer von insgesamt 12 Teilschritten. In der Regel werden zwei bis drei Systeme miteinander kombiniert. Dabei müssen die eingesetzten Technologien miteinander verzahnt, in die bestehenden Systeme integriert und an die besonderen Anforderungen angepasst werden. Das funktioniert jedoch in der Mehrheit der Fälle ganz ohne aufwendige individuelle Programmierung, es existieren bereits ausreichend viele Musterlösungen – man muss sie nur kennen. Mit einer breiten und tiefen Technologiekenntnis und auf dem neuesten Stand geschulten Experten für mehrere Technologien ergibt sich die passende Lösung schnell.

Umsetzung nach agilen Methoden

Bei der Umsetzung arbeitet man mit agilen Methoden und kurzen Entwicklungszyklen (Sprints). Das bedeutet, so früh wie möglich bereits erste Ergebnisse zu sehen, auch wenn noch nicht alle geplanten Funktionen integriert sind. In diesem Falle kann bereits mit Tests und der Content Redaktion begonnen werden, während parallel noch an den zusätzlichen Funktionen gearbeitet wird.

Wenn man die digitale Transformation als kontinuierlichen Prozess begreift und die eingesetzten Plattformen lediglich als ein Mittel zur Umsetzung, so ergibt sich daraus auch, dass auch die Änderungen in der internen Zusammenarbeit dauerhaft sein muss. Die neuen Tools müssen genutzt, weiterentwickelt und an Veränderungen und neuen Kundenbedürfnissen angepasst werden. Um es deutlich zu sagen: Es handelt sich nicht um ein einmaliges Projekt, dessen Team sich nach der Implementierung wieder auflöst. Stetige Veränderung braucht Flexibilität, aber auch Teams und Mitarbeiter, die sich dezidiert mit der digitalen Umgestaltung beschäftigen. Diese Entwicklung ist letztlich viel tiefgreifender als die Einführung eines neuen Tools.