Swisscom im Bereich der Erwartungen

Verfasst von ictk am 07.02.2018 - 12:55

Swisscom fuhr im Geschäftsjahr 2017 einen Umsatz auf Vorjahreshöhe und einen Gewinn leicht unter dem Vorjahr ein und liegt damit im Bereich der Erwartungen der Marktbeobachter. Konkret stiegen die Einnahmen des Telekomkonzerns um 0,2 Prozent auf 11,66 Mrd. Franken. Das operative Ergebnis auf Stufe Ebitda stagnierte mit 4,30 Mrd. Franken auf den Niveau von 2016.

Bereinigt um Restrukturierungskosten und Einmalerträge aus einem Rechtsstreit in Italien hätte diese Kennzahl jedoch um 0,5 Prozent abgenommen. Unter dem Strich steht ein 2,2 Prozent tieferer Reingewinn von 1,57 Mrd. Franken. Die Aktionäre sollen in den Genuss einer unveränderten Dividende von 22 Franken pro Titel kommen, teilt Swisscom mit. Seit 2011 verharrt die Ausschüttung auf diesem Level. Im angelaufenen neuen Jahr will die Nummer eins auf dem Schweizer Telekommarkt bei Umsatz und Betriebsgewinn die aktuellen Werte verteidigen. Das Sparprogramm soll hingegen verschärft werden. "Trotz hartem Wettbewerb konnten wir uns gut am Markt behaupten und haben die gesetzten Ziele erreicht", lässt sich CEO Urs Schaeppi in der Aussendung zitieren.

Im Schweizer Kerngeschäft musste Swisscom allerdings einen Rückgang des Umsatzes um 2,1 Prozent zur Kenntnis nehmen. Ursache dafür seien der rückläufige Umsatz mit Festnetztelefonie sowie die geringeren Erträge aus Roamingdiensten. Auch der Ebitda im Schweizer Geschäft sank um 2,4 Prozent. Positiv beeinflusst worden sei er jedoch durch Kosteneinsparungen. Unter anderem baute das Unternehmen in der Schweiz den Personalsbestand im Vorjahresvergleich um 3,7 Prozent oder 684 Einheiten ab. Zwei Drittel dieser Personalreduktion seien über die normale Fluktuation erfolgt, heisst es.

Gut brummte das Business hingegen in Italien, wo der Umsatz in der Berichtswährung Euro um 8,3 Prozent zunahm und der Ebitda um 15 Prozent.

In der Vorausschau auf das Geschäftsjahr 2018 übt sich Swisscom angesichts der anspruchsvollen Marktentwicklung in Zurückhaltung. Gerechnet wird mit einem Umsatz von rund 11,6 Mrd. Franken, einem Ebitda von rund 4,2 Mrd. Franken und Investitionen von weniger als 2,4 Mrd. Franken. Ausserdem wird eine erneut unveränderte Dividende von 22 Franken versprochen, sollten die Ziele erreicht werden.

Der zunehmende Wettbewerb verstärke den Spardruck. Neu sollen im Zeitraum 2018 bis 2020 jährlich 100 Mio. Franken eingespart werden. Bislang lautete das Ziel hier 60 Mio. pro Jahr. Die Kosteneinsparungen würden dabei weiterhin zur Hauptsache über Vereinfachungen in den Arbeitsabläufen und über eine anhaltende Reduktion des Stellenangebots in rückläufigen Geschäftsbereichen realisiert, heisst es weiters. Auf der anderen Seite schaffe das Unternehmen aber auch neue Stellen in Wachstumsbereichen wie beispielsweise Cloud und Security. Im Klartext geht das Management von einem Stellenabbau von 700 aus. Darin enthalten sei bereits die bekannte Reduktion bei der Tochter Billag um rund 100 Stellen. Per Jahresende 2018 werden gemäss Planung im Gesamtkonzern noch rund 17'000 Vollzeitstellen bestehen.

Im Verwaltungsrat kommt es an der kommenden Generalversammlung zu einer Änderung. Vizepräsident Theophil Schlatter wird nicht mehr kandidieren. Als Ersatz wird den Aktionären die 45-jährige Schwedin Anna Mossberg vorgeschlagen, die lange Zeit in führender Position bei Teliasonera tätig war und seit August 2015 als Mitglied des Managementteams für Google Schweden arbeitet.

Soll neu in den Verwaltungsrat von Swisscom Einsitz nehmen: Anna Mossberg von Google Schweden (Bild:Teracom)