Startups: E8 Storage - Performance für Flash-Arrays ohne Software-defined Schnörkel

Verfasst von Hartmut Wiehr am 16.08.2017 - 08:22

Ein junges Startup aus Israel mit XIV- und IBM-Vergangenheit will die Konkurrenz in Sachen Performance übertrumpfen. Seine Hardware-Kästen S24 und D24 bringen schnelle dual-port NVMe SSDs mit 6,4 Terabyte Kapazität zusammen mit der recht jungen Technologie von NVMe over Fabrics (NVMf). CEO Zivan Ori, der in der israelischen Armee, bei Intel und bei IBMs XIV-Division Know-how und Erfahrungen sammelte, beansprucht, dass laut Benchmarks die E8-Flash-Arrays 6- bis 11-mal schneller als ähnliche Geräte von Dell EMC, Pure Storage oder Infinidat seien.

Infinidat ist die aktuelle Speicherfirma von Moshe Yanai, der massgeblich an der Entwicklung von EMCs Symmetrix-Speicherschränken beteiligt war, später XIV gründete und für einen grösseren Dollarbetrag an IBM verkaufte. Ori sagt, er könne ein Buch darüber schreiben, was aus der XIV-Technologie bei IBM gemacht wurde. Anders als so manch anderes Startup ist E8 Storage eine Technologie-Schmiede, gehärtet durch intensives Storage-Knowhow.

Im Dezember 2014 gegründet, kam man zwei Jahre später mit dem ersten Produkt heraus. Im Juni 2017 kam der erste Verkauf in Emea (Europa, Mittlerer Osten, Afrika) zustande. Man beschäftigt etwa 45 Mitarbeiter, von denen 35 nach wie vor in Israel tätig sind. Das Headquarter ist inzwischen in Santa Clara im Silicon Valley, ganz in der Nähe einiger seiner prominenten Investoren, darunter Accel Partners, die allein 12 zu den insgesamt 18 Millionen Dollar an Funding-Geldern beisteuerten.

Auf einer Pressetour in Kalifornien konnten wir uns vor kurzem davon überzeugen, dass Ori aus dem Stegreif und selbstbewusst alle Facetten der E8-Technologie darlegen kann. E8 Storage setzt auf die neue Technologie von NVMf-basierten Produkten. Während NVMe bereits den lokalen SSD-Markt übernommen und dort Sata SSDs in Notebooks, PCs, Servern und einigen Rechenzentren ersetzt habe, komme es jetzt darauf an, SAS SSDs durch dual-port NVMe-SSDs zu ersetzen. NVMe sorgt vor allem für eine Verringerung von Latenzen in Speichernetzwerken.

Ori bezeichnet es als Ziel von E8, Kunden davon zu überzeugen, dass sie aus Performance-Gründen ihre lokalen SSDs durch eine shared Umgebung ersetzen müssten. Wie der CEO ausführt, sei der Hauptkonkurrent der Status quo mit seiner Orientierung auf lokale Flash-Installationen. Geteilte Umgebungen sorgten für mehr Hochverfügbarkeit. E8 wolle den Kunden ausserdem die Fähigkeit bieten, shared Daten von einer gemeinsamen Management-Konsole aus zu managen. Und man biete im Gegensatz zu einigen anderen Flash-Anbietern reine Commodity-Hardware an. Die Beispiele von Violin (pleite) und Dell EMCs DSSD (eingestellt) hätten gezeigt, dass komplexe Eigenfabrikationen von Hardware keinen Erfolg am Markt bringen würden.

E8 arbeitet bisher mit den Partnern Proact, World Wide Technology und Groupware Technology zusammen. Der Onsite-Support ist bereits für mehr als 100 Länder organisiert.

Zivan Ori, CEO von E8 Storage (Bild:youtube)

Die Marktentwicklung für NVMe (Tabelle: E8 Storage)