SBB setzt bei Anwendungsentwicklung auf Red Hat

Verfasst von ictk am 13.01.2017 - 14:37

Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) setzen bei der Anwendungsentwicklung künftig auf die Openshift-Plattform der Open-Source-Spezialistin Red Hat. Hauptgrund für den Entscheid zum Wechsel auf eine container-basierte Open Source Architektur sei die rasant fortschreitende Digitalisierung und Mobilität sowie die damit in den nächsten Jahren zu erwartende extreme Zunahme von Applikationen, heisst es in einer Aussendung dazu.

Klassische, hauptsächlich auf Stabilität ausgerichtete IT-Systeme könnten das App-Wachstum und die damit verbundene Notwendigkeit, Anpassungen an die Bedürfnisse der Applikationsanwender sowie neue Angebote schnell an den Markt zu bringen nicht mehr bewältigen, schreiben die beiden Unternehmen. Aufgrund der in den letzten zwei Jahren gemachten Erfahrungen mit dem Einsatz von Enterprise Open Source-Lösungen habe sich schnell herauskristallisiert, dass nur eine Enterprise Open Source Lösung mit container-basierter Architektur in der Lage sei, die gesetzten hohen Anforderungen zu erfüllen. Container-basierte Architekturen bieten den Vorteil, dass die einzelne Applikation zusammen mit der Plattform in einen Container gepackt wird, der dank standardisierten Aussenschnittstellen problemlos von einem Infrastrukturanbieter zum anderen verschoben werden kann, betont Red Hat in der Aussendung.

Nachdem im Herbst 2015 der Entscheid für den Einsatz der Red Hat Openshift Container Platform gefallen sei, hätten die SBB im Januar des vergangenen Jahres einen Pilotversuch mit fünfzehn Projekten gestartet. Angesichts der grossen Beliebtheit der neu angebotenen Plattform bei Entwicklern und Projektleitern sei die ursprünglich gesetzte Zahl von Applikationen in kurzer Zeit bereits um das Dreifache überschritten worden. Der Rollout der Plattform ist laut den Angaben zurzeit noch in vollem Gange. Aktuell nutzen bereits 300 berechtigte Anwender die Plattform. 900 Container seien in Betrieb und täglich fänden rund 400 Deployments statt. Die bei den SBB Kunden prominenteste Applikation, die bereits auf der neuen Plattform läuft, ist die neue Mobile App der SBB. Seit ihrer Einführung im Jahr 2008 wurde die Anwendung mehr als 7,5 Millionen Mal heruntergeladen. Die neuste, 2016 lancierte Version hat mittlerweile mehr als drei Millionen regelmässige Nutzer. In naher Zukunft sollen laufend weitere Services auf die neue Plattform portiert werden. So z.B. die Fahrplanauskunft, die Displays in den Bahnhöfen, Preisabfragen oder der Billetverkauf.

Zentrale Eigenschaften der neuen Lösung sind deren Anti-Fragilität und Fehlertoleranz. Die neue container-basierte Plattform bietet dem Applikationseigner nicht nur Unabhängigkeit vom Provider. Sie ermöglicht auch die Entkopplung aller an der Entwicklung beteiligten Entwickler und Teams. Um hohe Agilität und Schnelligkeit zu erzielen, müssen diese ohne Reibungsverluste unabhängig agieren können. Dies bedeutet, dass bei laufendem System Änderungen an einzelnen Teilen vorgenommen werden können, ohne dass dies die Stabilität und Funktionalität des Gesamtsystems beeinträchtigt.