Nanolive gewinnt Pionierpreis 2015

Verfasst von ictk am 18.03.2015 - 09:17

Die in Lausanne domizilierte Nanolive gewinnt den vom Zürcher Technopark und der ZKB vergebenen Pionierpreis 2015. Der Preis, der technologische Innovationen würdigt und mit rund 100.000 Franken dotiert ist, wurde dieses Jahr zum 25. Mal vergeben. Das Siegerprojekt besteche mit einer neuartigen Technologie, die es erlaube, lebende Zellen im dreidimensionalen Raum schadenfrei zu mikroskopieren, heisst es in der Begründung.

Die beiden Nanolive-Gründer Yann Cotte und Fatih Toy entwickelten zusammen mit ihrem Team ein Mikroskop, das die Untersuchung aktiver Zellen in ihrem natürlichen Zustand erstmalig möglich macht. Auf diese Weise entstehen 3D-Bilder, die zellulare Aktivitäten umfassend und nachvollziehbar darstellen. Die Probe auf dem Objektträger wird dabei von einem Laser abgetastet und zeitgleich von einer Kamera aus verschiedenen Blickwinkeln aufgenommen. Die gewonnen Daten werden anschliessend verarbeitet und zusammengefügt, um eine 3D-Animation des Objekts zu generieren.

Erstmalig kann mit dieser Technik die Wirkung von Medikamenten und Chemikalien auf eine Zelle lebensecht dokumentiert werden. Der "3D Zell-Explorer" von Nanolive macht es möglich, mit der lebenden Zelle zu interagieren. Diese Tomographie lebender Zellen in Vollfarbe, mit besserer Auflösung als bei herkömmlicher Lichtmikroskopie, ist
einzigartig und bereits weltweit patentiert. Die Entwicklung ermöglicht völlig neuartige Untersuchungsmethoden.

Im Sommer 2015 soll die kommerzielle Version des 3D Zell Explorers auf den Markt kommen. Bereits heute erfreue sich das Gerät reger Nachfrage, heisst es: über 40
Bestellungen seien bereits eingegangen. Das Unternehmen mit Domizil im EPFL
Innovation Park wurde 2013 gegründet und beschäftigt derzeit zehn
Mitarbeitende.

Der Pionierpreis 2015 wurde gestern Abend vor rund 430 Gästen übergeben. Prof. Gian-
Luca Bona, Präsident der Stiftung Technopark Zürich und der Jury, hielt die
Laudatio. Jörg Müller-Ganz, Präsident des Bankrates der Zürcher Kantonalbank, der Sponsorin des Pionierpreises, überreichte anschliessend den Preis im Wert von 98'696.04 Franken. Ehrengast war Markus Gross, Professor für Informatik an der ETH Zürich, Leiter des Computer Graphics Laboratory und Direktor von Disney Research, Zürich. An der Preisverleihung wurden zudem zwei weitere Finalisten ausgezeichnet:
Comfylight entwickelt eine intelligente Glühbirne, die vor Einbrüchen schützt, RQmicro entwickelt und vermarktet eine neuartige Technologie zum Aufspüren von Verunreinigungen im Wasser.