An mehreren Amazon-Standorten wird wieder einmal gestreikt

Verfasst von ictk am 13.03.2017 - 17:39

Die deutsche Gewerkschaft Verdi macht mit neuen Streiks weiter Druck auf den US-amerikanischen Online-Versandhandelsriesen Amazon. Heute rief die Gewerkschaft an den Standorten Bad Hersfeld und Leipzig zu Arbeitsniederlegungen auf. Verdi warf dem Unternehmen zudem vor, die Beschäftigten bei der Arbeit ständig zu kontrollieren und bei Krankheit Druck auszuüben. Amazon wies die Vorwürfe wie üblich zurück.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ringt mit Amazon seit mehreren Jahren um die Einführung eines Tarifvertrags auf dem Niveau des Einzel- und Versandhandels. Allerdings bislang ohne Erfolg. Amazon betont im Tarifstreit immer wieder, ein guter Arbeitgeber zu sein und vergleichsweise hohe Löhne zu zahlen. Das Unternehmen orientiert sich dabei an der Logistikbranche.

"Die Weigerung des Amazon-Managements, Tarifverhandlungen aufzunehmen, ist reine Schikane und Demonstration von Grössenwahn", kritisierte der Leipziger Verdi-Streikleiter Thomas Schneider. Amazon investiere in neue Standorte und wachse, doch der Druck auf die Beschäftigten nehme immer mehr zu. Konkret warf Verdi dem Unternehmen vor, die Mitarbeiter bei der Arbeit und in den Pausen zu kontrollieren. Selbst Toilettengänge würden "beobachtet“. Bei Krankheit werde mit Kündigung gedroht. "Scheinbar sollen Beschäftigte rausgemobbt werden“, erklärte Schneider. "Es wird Angst geschürt," so der Streikleiter.

Eine Unternehmenssprecherin wies die Vorwürfe "aufs Entschiedenste“ zurück. "Die Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiter haben bei Amazon stets höchste Priorität“, erklärte sie. Die Sprecherin verwies unter anderem darauf, dass an allen deutschen Standorten Vollzeitstellen für „Gesundheitsmanager“ geschaffen worden seien. Zudem gebe es Gesundheitsangebote, die Mitarbeiter eigenverantwortlich wahrnehmen könnten, so die Sprecherin.