Managed Cloud: Konsolidierung bei Rackspace

Verfasst von Hartmut Wiehr am 07.01.2017 - 07:39

Das amerikanische Unternehmen Rackspace aus San Antonio (Texas) ist in Europa nicht so bekannt und gehört dennoch zu den Pionieren des IT-Zeitalters – zumindest was Cloud und cloud-basierte Services angeht.

Ursprünglich 1996 gegründet, hat man sich zunächst unter anderem mit Web Hosting und als Computer-Bauer versucht. 2010 ging Rackspace eine Kooperation mit der US-Weltraumbehörde Nasa ein, um gemeinsam eine Plattform für Cloud Computing zu entwickeln, in das beide Partner ihre Erfahrungen einbrachten. Dies war die eigentliche Geburtsstunde der OpenStack-Plattform, die 2012 in die Unabhängigkeit entlassen wurde.

Heute ist Openstack eine der erfolgreichsten Organisationen auf dem Open-Source-Feld. Fast alle Grössen der IT-Industrie von IBM bis Huawei unterstützen mit zum Teil riesigen jährlichen Mitgliedsbeiträgen das ehrgeizige Projekt, funktionsfähige Private Clouds zu verwirklichen. Diese Infrastrukturen sollen existierende on-premise Installationen oder public Clouds nicht überflüssig machen, sondern Compute, Storage und Networking durch neue Module miteinander verzahnen. Auf diese Weise sollen Kunden kostengünstige Alternativen zu internen und externen Infrastrukturlösungen erhalten, die zugleich eine Brückenfunktion einnehmen können.

Rackspace stellt noch heute das leitende Personal der Openstack Foundation und ist in vielen Sektionen und Ausschüssen vertreten. In den letzten Jahren hat man sukzessive das eigene weltweite Netz von Rechenzentren ausgebaut, hatte aber nicht genügend Kapazitäten, um mit den grossen Cloud-Anbietern wie Amazon AWS, Microsoft Azure oder Google Cloud mitzuhalten. Im November 2016 hat der private Finanzier Apollo Global Management Rackspace für über 4 Milliarden Dollar gekauft, um jenseits von Börse und vierteljährlichen Quartalberichten das Unternehmen in Richtung Managed Cloud-Services neu zu strukturieren.

Erste Konsequenzen dieses neuen Kurses sind bereits bei den europäischen Aktivitäten zu sehen. Diese waren bisher vor allem durch zwei Rechenzentren in Grossbritannien und durch die europaweite Kundenbetreuung durch ein zentrales Büro in Zürich gekennzeichnet. Inzwischen ist ein weiteres Rechenzentrum im Frankfurter Raum hinzukommen, um den Sicherheitsbedenken vieler Kunden in der EU gerecht zu werden, und in München wurde ein eigenes Büro für die DACH-Region eröffnet, das den regionalen Besonderheiten mehr Beachtung verschaffen soll.

Roger Schroth, Director International Strategy mit Sitz in Zürich, erklärte im Gespräch mit ICT Kommunikation: "Wir haben bisher in Europa einen schlechten Job darin gemacht, genau zu erklären, wer wir sind und welche Produkte wir anbieten. Und die IT-Branche hat insgesamt den Fehler gemacht, die Probleme bei dem Übergang zu Cloud-Strukturen herunterzuspielen – das gilt auch für die grossen Anbieter wie AWS und Azure. Genau hier kommen wir herein, weil wir mit unseren erfahrenen Service-Mitarbeitern und einem 24x7-Support wirkungsvolle Unterstützung geben können.“ Wo es eventuell um nicht vorhandenes branchenspezifisches Know-how gehe, werde Rackspace externe Spezialisten von Accenture und anderen hinzuziehen.


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Roger Schroth, Director International Strategy von Rackspace mit Sitz in Zürich