"LiMux"-Debatte in München erneut entfacht

Verfasst von redaktion am 14.11.2016 - 06:00

Der politische Streit um den Einsatz von Linux in der IT der Stadt München geht weiter – und nimmt nach einem Gutachten an Schärfe zu: Der Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hat bei der Firma Accenture eine externe Prüfung in Auftrag gegeben, um die Sinnhaftigkeit der Linux-Nutzung zu beurteilen. Dieses Gutachten hatte sich für einen Umstieg auf Microsoft-Produkte ausgesprochen, wobei Kritiker auf geschäftliche Beziehungen zwischen Accenture und Microsoft hingewiesen hatten.

Die Opposition im Münchner Stadtrat wehrt sich nun heftige gegen eine Remigration in Richtung Microsoft. "Der ganze Frust an der IT in der Stadt richtet sich gegen LiMux", erklärte Stadtrat Thomas Ranft (Piratenpartei) gegenüber Heise. Er denkt, dass ein Rückzug aus dem Projekt weit höhere Kosten als die berechneten 19 Millionen Euro verursachen würde. Auch die Grünen sind vehement gegen eine Rückkehr zu Microsoft. Sie denken, dass dies die IT "richtig lahm lege" und "viel Zeit und Energie" beanspruchen würde.

Die CSU will hingegen zumindest über eine Nutzung von Windows auf Arbeitsrechnern diskutieren. Das "LiMux"-Projekt galt lange Zeit als ein Vorzeigeprojekt für die Nutzung freier Software in der öffentlichen Verwaltung. Allerdings hatten sich die Beschwerden von Mitarbeitern der Stadt gehäuft. Kritiker der Stadtregierung denken jedoch, dass der Flirt mit einer Rückkehr zu Microsoft auch mit der Ansiedlung von dessen Zentrale in der Nähe von München zu tun haben könnte.