Ideas@iimt: Von der guten Ideen zum Startup

Verfasst von Albert Broger/ Yves Hertig am 26.02.2017 - 12:21

Es klingt einfach: Hat man erst mal eine gute Idee, ist eine Unternehmensgründung nicht mehr weit. Vom Vollzeit Studenten zum erfolgreichen Startup-Gründer – der Traum vieler jungen Studierenden. Doch die Praxis zeigt, eine gute Idee allein reicht nicht aus, denn es gilt vieles zu beachten, um nachhaltig erfolgreich zu sein.

Gastbeitrag von Albert Broger und Yves Hertig vom IIMT Fribourg

Konkret ergeben sich bei der Gründung eines Startups bereits ganz am Anfang des Prozesses Fragen wie: Was ist zu tun? An wen kann ich mich wenden? Wie wird aus meiner innovativen Idee ein gutes Geschäftskonzept?

Oft wissen die Studierenden nicht wohin mit ihren Fragen. Querdenken, Entrepreneurship und Out-Of-The-Box-Thinking passen nur schwer in die eher starren Strukturen des Universitätsumfeldes. "Professionelle" Inkubatoren könnten Abhilfe schaffen, doch diese setzen gewöhnlich einen konkreten Businessplan oder ein MVP ("minimal valuable product") voraus.

Um diese Lücke zu schliessen, hat das International Institute of Management in Technology (IIMT) der Universität Fribourg das Programm "ideas@iimt" ins Leben gerufen. Dieses unterstützt Studierende aller Fakultäten der Universität Fribourg, ihre eigenen Geschäftsideen zu gestalten und weiterzuentwickeln. Die Betreuung während dieser frühen Entwicklungsphase bietet die Möglichkeit, erste Erfahrungen als Jungunternehmer zu sammeln und ggf. finanzielle Unterstützung zu erhalten. Darüber hinaus wird den Teilnehmenden ein Denkraum an der Universität angeboten und neue Lösungsansätze, Denkweisen und Kreativität geschult und gezielt gefördert.

Ein Paradebeispiel für den Prozess von "ich habe eine gute Idee" bis hin zum ersten Prototypen ist BWL-Master Student Antoni Wiercioch mit seiner Idee "Fishstat". Als begeisterter Angler war ihm die noch immer auf Papier geführte, obligatorische Fischfangstatistik ein Dorn im Auge. Die Idee zu einer App, in der jeder Angler seine individuellen Fangerträge erfassen kann, war geboren. In der Schweiz müssen Angler nämlich sämtliche gefangenen Fische in einer Statistik erfassen und diese an die kantonalen Fischereiinspektorate retournieren. Die Idee besteht nun darin, die obligatorische Fischfang-Statistik auf Papier zu ersetzen. Die in der App erfassten Fangerträge werden mittels statistischer Verfahren ausgewertet und in Diagrammen dargestellt. "Fishstat" ist eine effizientere, bequemere und ressourcenschonende Lösung zur Erfassung der Fischerträge. Mit Hilfe der "ideas@iimt"-Coaches konnte Wiercioch seine Idee hin zu einem Geschäftsmodel strukturieren und sogar einen ersten Prototypen entwickeln. Dies ermöglichte ihm, erste Kontakte mit der zuständigen Bundesbehörde sowie den Kantonen zu knüpfen.

Dies ist das nur eine der Erfolgsstories, die in den letzten drei Jahren innerhalb des "ideas@iimt"-Programms geschrieben wurden. Seit der Gründung konnte bereits 11 Studierenden bei der Umsetzung ihrer innovativen Ideen geholfen werden. Die Erfolge zeigen sich u.a. auch durch die Teilnahmen an Innovationswettbewerben und den dabei erzielten Auszeichnungen der "ideas@iimt"-Teilnehmer. So konnte etwa das Programm zwischen 2014 und 2016 drei Jahre in Folge den Gewinner des "Business Ideas @ Fribourg Contest“ stellen. Einen weiteren Erfolg erzielte Philipp Zimmer mit dem Gewinn des Innovationspreis "Energie Ideen Schweiz 2015" mit seiner Idee "Fitcoins“.
Wie die Teilnehmer mit ihren Ideen entwickelte sich dabei auch das "ideas@iimt“- Programm selbst stetig weiter. Hervorzuheben sind dabei die neuen Partnerschaften mit den "Alumni SES“ (Alumni Vereinigung der Fakultät der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Fribourg) und die "Alumni und Freunde UNIFR“. Durch ihre finanzielle Unterstützung kann die Qualität der Coachings weiterhin sichergestellt werden. Darüber hinaus wurde Ende 2016 "member@ideas“ ins Leben gerufen. Hier können interessierte Personen “ideas@iimt“ sowohl finanziell als auch mit ihrer Expertise unterstützen.
Weitere Infos: https://iimt.ch/chair-research-en/ideas-iimt

Problematik: Veralteter Prozess – Papierbasierte Fangerfassung (Foto: Universität Fribourg)

Entwicklung des Prototypen – die App nimmt Formen an (Foto: Universität Fribourg)

Fertigstellung einer ersten, testbaren App (Foto: IIMT)

Gastautor Albert Broger

Gastautor Yves Hertig (Fotos: IIMT)