Google legt sich mit Russland an

Verfasst von redaktion am 23.11.2017 - 05:48

Google steuert auf einen neuen Konflikt mit Russland zu: Im Rahmen des Halifax International Security Forum hat Google Chairman Eric Schmidt angekündigt, dass Propandamedien wie Russia Today und Sputnik künftig vom Suchalgorithmus abgewertet werden sollen. Damit reagiere man darauf, dass diese Medien immer wieder gezielt Falschmeldungen verbreiten, um Einfluss auf die Politik anderer Staaten zu nehmen.

Dieses Statement sorgt nun für die zu erwartende Reaktion aus russischen Regierungskreisen: Die staatliche Kommunikationsagentur Roskomnadzor hat Google dazu aufgefordert, diese Aussage zu präzisieren. Gleichzeitig droht man mit Vergeltungsmassnahmen, falls Google sich tatsächlich zu einem solchen Schritt entscheidet. Beide Sender befinden sich vollständig im Staatseigentum.

Schmidt hält zwar nichts von einer generellen Zensur, aber im Bestreben um die Verbesserung der Suchqualität gehe es eben auch darum, Falschmeldungen weniger prominent zu platzieren. Auf Nachfrage von The Verge wollte Google das Statement von Schmidt nicht kommentieren, man habe derzeit in dieser Hinsicht nichts anzukündigen. Allerdings verweist man darauf, dass man generell keine Änderungen an den Algorithmen vornehme, um einzelne Seiten abzuwerten, jede geplante Neuerung würde also wohl auch andere Nachrichtenquellen treffen.