Europas Versorger forcieren neue Angebote wie Connected Home

Verfasst von ictk am 11.10.2017 - 09:47

Europas Energie- und Wasserversorger sind darum bemüht, neue Kunden zu gewinnen und forcieren ihre Portfolios um neue Bereiche wie etwa Connected Home, um zu wachsen. Dies geht aus der jüngsten Studie des IT-Marktforschungs- und Beratungsunternehmens PAC (CXP Group) hervor, für die 200 Führungskräfte aus dem Business- und Technologiebereich bei grossen Energie- und Wasserversorgern in ganz Europa befragt wurden.

Fast drei Viertel der europäischen Versorger (73 Prozent) sehen gemäss der Studie "Digital Utilities: Vom Rückstand zur digitalen Innovation" die Akquise neuer Kunden als grosse Herausforderung. Angesichts der Tatsache, dass nur eines der zehn grössten europäischen Versorgungsunternehmen 2016 Umsatzwachstum verzeichnet habe, sei es nicht überraschend, dass die "Akquise neuer Kunden“ ganz oben auf der Liste der grössten Herausforderungen stehe, so die Studienautoren. Es folgen demnach Bedenken hinsichtlich Kundenbindung (60 Prozent) und Sorgen wegen der immer ernster werdenden Bedrohungen der Cyber Security (58 Prozent).

Angesichts zunehmender Kundenabwanderung, massiv disruptiver Technologien und einer Wettbewerbslandschaft im Umbruch stehen die Versorgungsunternehmen mehr denn je unter Druck, ihre Geschäftsmodelle zu überdenken. Während 32 Prozent der Umfrageteilnehmer andere etablierte Versorger als Hauptkonkurrenten sehen, nennen 28 Prozent neue Startups als potenzielle Gefahr, und 15 Prozent betrachten neue Marktteilnehmer aus anderen Sektoren als grösste Bedrohung ihrer Stabilität.

Als Schlüssel zu künftigem Erfolg – sowohl wenn es um die Verbesserung des Kundenerlebnisses als auch die Effizienzsteigerung geht - wird Technologie angesehen. Mehr als die Hälfte der europäischen Versorger (54 Prozent) hat gemäss der Untersuchung bereits in KI-Agenten investiert und erhofft sich als wichtigsten Nutzen dieser Investition eine bessere Reaktivität im Kundenservice (53 Prozent). Ausserdem planen 82 Prozent in den nächsten drei Jahren Investitionen in Connected-Home-Angebote, um von ihrer Positionierung als reine Energieversorger wegzukommen.

Eine der bedeutendsten Veränderungen, mit denen der Sektor konfrontiert ist, ist die Umstellung auf Smart-Metering-Infrastruktur. Hier befindet sich über die Hälfte der Energieversorger (59 Prozent) in einem fortgeschrittenen oder relativ reifen Stadium der Implementierung. Allerdings werden die Akzeptanz durch den Verbraucher (51 Prozent) sowie Sicherheitsbedenken (43 Prozent) als Hauptherausforderungen gesehen, wenn es darum geht, optimalen Nutzen aus diesen Investitionen zu ziehen. Eine Mehrheit schöpft heute noch nicht das volle Potenzial der Daten aus, die von intelligenten Zählern generiert werden, und lediglich 48 Prozent analysieren aktuell Intervalldaten (halbstündlich, stündlich usw.).

Nick Mayes, Principal Analyst bei PAC, meint hierzu: "Europas Versorger stehen vor einigen wichtigen Entscheidungen, um ihre Zukunft zu sichern. Sollen sie ‚festhalten’ und sich darauf konzentrieren, ihrem bestehenden Kundenstamm einen besseren Service zu bieten? Oder sollen sie ‚loslassen’ und sich in potenziell lukrativere Bereiche diversifizieren, womit sie möglicherweise Produkte und Dienstleistungen anbieten, die sehr weit von ihren herkömmlichen Aktivitäten entfernt sind? Viele Versorger sehen sich genau an, wie Telekommunikationsanbieter es geschafft haben, sich über ihr Festnetzangebot hinaus zu Anbietern von höherwertigen Service-Paketen zu entwickeln."

Über die Studie:
"Digital Utilities: Vom Rückstand zur digitalen Innovation" basiert auf einer im ersten Halbjahr 2017 durchgeführten Umfrage und wurde heute veröffentlicht. Über 200 Versorgungsunternehmen im Vereinigten Königreich und Irland, Frankreich, der DACH-Region, Süd- und Osteuropa sowie den nordischen Ländern und Benelux wurden telefonisch befragt (CATI). Die Stichprobe setzt sich zusammen aus Unternehmen mit über 250 Mitarbeitern, die in der Strom-, Gas- und Wasserversorgung tätig sind. Die Multi-Client-Studie wurde von den Premium-Sponsoren CGI und EY unterstützt. Eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse findet sich hier.