"Ethical Hacking"-Kurse gegen den Fachkräftemangel

Verfasst von ictk am 25.06.2015 - 09:04

Im Gymnasium Kirchenfeld in Bern fand sich am Mittwoch rund ein Dutzend IT-begeisterter Jugendlicher zum "Ethical Hacking" ein. Experten ermöglichten den SchülerInnen einen Einblick in die Bedrohungslage der heutigen Cyberwelt und erläuterten die Wichtigkeit von "guten Hackern". Damit sei laut Mitteilung des Vereines "Swiss Cyber Storm" eine Veranstaltungsreihe lanciert worden, die den Nachwuchs von dringend benötigten IT-Fachkräfte fördern soll.

Die Teilnehmenden an der "Einführung in Ethical Hacking" erwartete den Angaben zufolge ein Einblick in die Risiken der heutigen Cyberwelt und in die Vorgehensweise moderner Hacker. Mit den gewonnenen Kenntnissen konnten demnach unter Aufsicht von IT-Experten in einer praktischen Übung Sicherheitslücken entdeckt und behoben werden.

Eingeladen hatte der Verein "Swiss Cyber Storm", welcher sich aktiv in der Nachwuchsförderung junger IT-Talente engagiert. "Uns ist wichtig zu vermitteln, dass ‹Hacking› nicht nur kriminell ist, sondern dass mit entsprechendem Wissen auch sensible Computersysteme besser abgesichert werden können," erklärt Präsident Bernhard Tellenbach. Damit sollen Vorurteile abgebaut und IT-Berufe attraktiver gemacht werden.

Das Thema ist von aktueller Brisanz: "Auf Seiten der Angreifer fand in den letzten zehn Jahren eine enorme Professionalisierung statt. Auf der anderen Seite haben Unternehmen Mühe, genügend IT-Sicherheitsspezialisten zu rekrutieren. Sensibilisierung und Nachwuchsförderung sind deshalb Themen von hoher Wichtigkeit", erläutert Pascal Lamia, Leiter der Melde- und Analysestelle Informationssicherung Melani. Und weiter: «Wir begrüssen die Aktivitäten von Swiss Cyber Storm sehr».

In Zukunft wolle der Verein vermehrt Schweizer Gymnasien für das Thema sensibilisieren und die Thematik vertiefen. Unterstützt wird "Swiss Cyber Storm" von der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften (SATW). "Das Thema IT-Sicherheit wurde bisher im Unterricht in Mittelstufen kaum behandelt. Die fehlende Sensibilisierung führt dazu, dass Gefahren im Umgang mit elektronischen Medien unterschätzt und potenzielle IT-Talente zu wenig gefördert werden," erklärt Rolf Hügli, Generalsekretär der SATW, das Engagement.

Für besonders engagierte Jugendliche stehe noch eine weitere Plattform offen, heisst es weiters: Bereits zum dritten Mal findet demnach dieses Jahr die "Schweizer Cyber Security Challenge" statt – ein Wettbewerb zur Entdeckung und Förderung junger IT-Talente. Die Gewinner nehmen am europäischen Finale teil, welches 2015 zum ersten Mal stattfindet und in Luzern durchgeführt wird. Die beiden Veranstaltungen werden durch das Eidgenössische Departement des Äusseren (EDA), das Eidgenössische Finanzdepartement (EFD), die SATW und private Unternehmen im IT-Bereich getragen. Organisator ist auch hier der Verein "Swiss Cyber Storm".