EPFL-Forscher entwickeln Gummibärchen-Roboter

Verfasst von ictk am 16.03.2017 - 07:12

Eine Schweizer Forschergruppe vom Intelligent Systems Laboratory der EPFL Lausanne entwickelt gelatinehaltige Roboter, die zu 100 Prozent verdaut werden können, wie das deutsche Computermagazin berichtet. Da keine Metalle und keine Elektronik verwendet werden, werden die Roboter durch chemische Reaktionen und Austausch von Flüssigkeiten angetrieben. Solche Dinger könnten vor allem in der Medizin Verwendung finden.

Bei den Robotern handelt es sich eigentlich nur um kleine Gliedmasse, die sich durch den Körper bewegen. Der im Englischen als "actuator“ bezeichnete Roboter besteht aus 3 bis 5 Zentimeter langer Gelatine. Zwei von solchen „actuators“ können einen Greifarm bilden. Dieser könnte dafür eingesetzt werden, um Gegenstände, die im menschlichen Körper landen, obwohl sie da nicht hingehören, zu greifen und durch den Körper zu bewegen. Das gilt insbesondere für verschluckte Metall- und Plastikteile. So könnten chirurgische Eingriffe verhindert werden. Auch bei Magen- und Darmuntersuchungen könnte man die Gelatine-Roboter einsetzen.

Gelatine ist ein bewährter Stoff in der Medizin und Robotik. Diese verwendet man als Umhüllung für Sensoren, die dann in den Körper eingeführt werden. Das Interessante am "Gummibären"-Roboter ist aber, dass er eigentlich für keinen bestimmten Zweck entwickelt wurde. Vielmehr war es eine sich selbst auferlegte Herausforderung der Schweizer Forscher der École Polytechnique Fédérale de Lausanne, den ersten zu 100 Prozent essbaren Roboter zu entwickeln. Denn Bioroboter gibt es bereits, allerdings benötigen diese Elektronik und bestehen daher aus unverdaulichen Bauteilen.
Das Forschungsprojekt läuft seit einem Jahr und befindet sich noch in der Anfangsphase.