Elektronische Geschäftsverwaltung (Gever) soll E-Government im Kanton St.Gallen stärken

Verfasst von ictk am 17.05.2017 - 08:35

Der Kanton St. Gallen will die elektronische Zusammenarbeit sowohl innerhalb der Verwaltung wie auch zwischen Bevölkerung und Verwaltung zu stärken. Zudem soll auch die elektronische Geschäftsführung für den Kantonsrat und seine Organe ermöglicht werden.

Der Ausbau von von E-Government soll gemäss Mitteilung bürgerfreundliche elektronische Angebote unterstützen und den elektronischen Zugang zu Dokumenten der Verwaltung und des Kantonsrates erleichtern.

Mit der Einführung der elektronischen Geschäftsverwaltung (Gever) könnten sämtliche geschäftsrelevanten Daten einheitlich mit einer gemeinsamen Software und nach einheitlich definierten Strukturen verwaltet werden, heisst es. Dies erhöhe nicht nur die Rechts- und Datensicherheit, sondern fördere auch eine effiziente und effektive Bearbeitung der einzelnen Geschäfte und deren Archivierung. Gleichzeitig biete das Projekt die Möglichkeit, bestehende Prozesse in der Verwaltung zu überprüfen sowie zu optimieren und entsprechend anzupassen. Um die im Projekt angestrebten Effizienzgewinne und Prozessoptimierungen zu kontrollieren, beantragt die vorberatende Kommission einen Auftrag an die Regierung, wonach "spätestens zwei Jahre nach Abschluss des Projekts dem Kantonsrat über die Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der elektronischen Geschäftsverwaltung Bericht zu erstatten" sei.

Gever soll daneben die Möglichkeit bieten, die elektronische Zusammenarbeit zwischen Kanton und Gemeinden zu intensivieren und die Verarbeitung von Bürgeranfragen zu erleichtern. Durch standardisierte elektronische Datenübergaben liessen sich Medien- und Prozessbrüche vermindern, was die Effektivität und Effizienz der staatsebenenübergreifenden Zusammenarbeit verbessere. Diese Förderung sei auch ein Eckpfeiler der E-Government-Bestrebungen des Kantons St.Gallen und der St.Galler Gemeinden.

Mit dem Kantonsratsbeschluss über den Sonderkredit "Gever" werde auch das Projekt zur Ablösung des Ratsinformationssystems (RIS) des Kantons St.Gallen angestossen und mit dem Gever-System vereint, so die Mitteilung. Die vorberatende Kommission sieht demnach durch die Ablösung des über 10 Jahre alten Ratsinformationssystems die Möglichkeit, die Öffentlichkeit mit einer neuen Lösung gezielter, schneller und kundenfreundlicher zu informieren. Zudem möchte die vorberatende Kommission das Präsidium des Kantonsrates beauftragen, den papierlosen Ratsbetrieb zu ermöglichen und so bei der Ablösung des RIS auch die elektronische Zusammenarbeit innerhalb des Kantonsrates zu stärken. Dabei sei es der Kommission jedoch ein Anliegen, dass Kantonsratsmitgliedern auf Wunsch der bedarfsgerechte Bezug der Unterlagen auf Papier nach wie vor möglich sein soll. Der Kantonsrat werde das Geschäft in der Junisession 2017 beraten, heisst es abschliessend.