Deutsche Unternehmen suchen über 55.000 IT-Fachkräfte

Verfasst von Fügemann/pte am 08.11.2017 - 14:20

In Deutschland gibt es derzeit 55.000 offene Stellen für IT-Spezialisten, was gegenüber dem Vorjahr einem Anstieg um acht Prozent entspricht. Das Nachfrageproblem nach gut ausgebildetem Fachpersonal in der Branche spitzt sich zu. Denn 2016 waren es "nur" 51.000 offene Stellen, wie der Berliner Digitalverband Bitkom im Zuge einer Befragung von über 1.500 Geschäftsführern und Personalverantwortlichen von Unternehmen aller Branchen erhoben hat.

In der IT- und Telekommunikationsbranche bestätigen drei von vier Unternehmen einen Mangel an IT-Spezialisten. Vor einem Jahr waren es noch 70 Prozent. Mehr als die Hälfte der ITK-Unternehmen (56 Prozent) erwartet, dass sich der Fachkräftemangel in Zukunft weiter verschärfen wird. Auch in den Anwenderbranchen werden IT-Spezialisten händeringend gesucht. Zwei Drittel der Unternehmen beklagen einen Expertenmangel. Das sind zwei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.

"In Deutschland wird es immer schwieriger, die dringend benötigten IT-Spezialisten zu finden. Die Wirtschaft braucht Experten wie Software-Entwickler, Spezialisten für IT-Sicherheit und IT-Berater, um die Digitalisierung erfolgreich zu gestalten", sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. Von den freien Stellen entfallen 23.500 auf die ITK-Branche. Den grössten Bedarf haben Software-Anbieter und IT-Dienstleister mit 20.800 Stellen. Anbieter von Produkten aus den Bereichen Hardware, Kommunikationstechnik oder Unterhaltungselektronik melden nur 2.000 freie Jobs. Bei den Anbietern von Telekommunikationsdiensten sind es nur noch 700.

Die Anwenderunternehmen verzeichnen 31.500 freie Stellen für IT-Fachkräfte. Trotz rückläufiger Tendenz sind Anwendungsbetreuer und Administratoren am stärksten gefragt (33 Prozent, minus vier Punkte), gefolgt von Software-Entwicklern (30 Prozent, minus ein Punkt) und IT-Sicherheitsexperten (20 Prozent, plus drei Punkte). "Software findet sich heute in nahezu jedem Gerät - von Staubsaugern über Autos bis zu industriellen Produktionsanlagen. Das erklärt die anhaltend hohe Nachfrage nach Software-Entwicklern quer durch alle Branchen", so Berg.