Crossmediales Marketing als effektives Instrument für Existenzgründer und KMUs

Verfasst von ictk am 24.07.2017 - 06:17

Die Kalkulation für Materialeinkauf, Personal und Büromiete geht für Startups zumeist auf - unterschätzt wird allerdings die Notwendigkeit, von effektivem Marketing. Insbesondere innovative Produkte und Dienstleistungen müssen dem potentiellen Kunden zunächst einmal vorgestellt und erklärt werden.

Wird grade hier gespart, dürfen auch keine hohen Umsätze erwartet werden; selbst wenn die eigentliche Geschäftsidee erfolgsversprechend ist, kostet die fehlende Bekanntheit indirekt viel Geld. Die Notwendigkeit der Werbung ändert allerdings nichts an den knappen finanziellen Mitteln. Existenzgründer müssen sich also Gedanken darum machen, wie das Budget möglichst effektiv eingesetzt wird. Crossmediales Marketing liefert einen ersten Anhaltspunkt.

Unterschiedliche Zielgruppen, unterschiedliche Marketingskanäle

Genauso wie heute von den meisten erfolgreichen Unternehmen auch verschiedene Vertriebskanäle genutzt werden, um Umsätze zu erzielen, sollte die Zielgruppe vom Marketing auch auf unterschiedlichen Wegen erreicht werden. Die Verknüpfung von Online- und Offline-Kanälen wird häufig als "Crossmediales Marketing" bezeichnet. Sinnvoll ist dieses Vorgehen schon aus einem ganz anderen Grund: insbesondere heterogene Zielgruppen werden nur durch eine Vielzahl von Marketingkanälen erreicht. Während die "Digital Natives" von der Werbeanzeige in der regionalen Tageszeitung kaum noch Notiz nehmen dürften, können die eigenen Leistungen als Bannerwerbung bei dieser Zielgruppe erheblich effizienter angepriesen werden. Nach wie vor gibt es aber immer noch Menschen, die zudem auch eine hohe Kaufkraft besitzen, welche nicht regelmässig digitale Medien konsumieren. Besonders problematisch dabei: selbst Fachleute können heute nicht mehr zweifelsfrei feststellen, über welchen Kanal welche Zielgruppe angesprochen werden kann. Für die Werbeagenturen ergeben sich dadurch Hürden, die sich allerdings zunehmend lohnen: die crossmediale Ansprache kann teure Streuverluste verringern.

Kampagne ganzheitlich betrachten

Wichtig ist Experten zufolge allerdings, dass die Kampagne gut auf die verschiedenen Kanäle abgestimmt ist. Es geht keinesfalls darum, dieselbe Art von Werbung und die gleiche Werbebotschaft lediglich auf digitalen und analogen Kanälen zu verbreiten. Ein Slogan, der als Werbung in einem Youtube-Video gut funktioniert, wird auf einer Plakatwand vermutlich schon nicht mehr verstanden. Ihr schenkt der Betrachter zumeist nur Bruchteile von Sekunden seine Aufmerksamkeit. Die Crossmedia-Werbekampagne sollte einer Leitidee folgen, die passend umgesetzt auf allen Kanälen verfolgt wird und dem Konsumenten einen hohen Wiedererkennungswert beschert.

Printwerbung weiter wichtig

Auch Printwerbung hat nach wie vor einen hohen Stellenwert: Ein Flyer spricht die Sinne an, ganz einfach weil er im Unterschied zur Online-Werbeeinblendung in die Hand genommen werden kann. Ausserdem liegt ein besonderer Vorteil darin, dass schlicht und ergreifend mehr Raum zur Verfügung steht, um ein innovatives Produkt zu erklären. Zudem kommt es den Anforderungen der Kundschaft nach, die heute einen echten Mehrwert von der Werbung verlangt: es reicht nicht mehr, ein Produkt als besonders hochwertig oder einen Dienstleistung als besonders gründlich anzupreisen. Der Betrachter wünscht eine echte Information und die Vermittlung von Alleinstellungsmerkmalen. Werden dann Schlüsselreize gesetzt - bekannte Beispiele sind die Milka-Kuh oder Günther Netzer für die Mobilfunkwerbung der Vodafone-Tochter Otello, ist es auch mit weniger Aufwand möglich, das eigene Unternehmen wieder in Erinnerung zu rufen.

Natürlich über steigt eine Fernsehwerbung mit einer prominenten Person das Budget eines Startups oder auch mittelständischen Unternehmens; ein kreativer Schlüsselreiz kann trotzdem gesetzt werden - beispielsweise durch das Markenlogo. Ist dieser Reiz einmal etabliert, kann er auch für Socia Media-Plattformen genutzt werden. Hier hat sich Kreativität übrigens schon häufig ausgezahlt: es wäre nicht das erste Mal, dass sich ein witziges oder denkwürdiges Werbevideo zu einem viralen Hit entwickelt. Günstiger und besser lässt sich crossmediales Marketing nicht realisieren.