Benutzer wählt selber App und Endgerät für Zugriff auf Geschäftsprozesse und -daten

Verfasst von Karlheinz Pichler am 02.03.2016 - 12:33

Das Zürcher Software-Entwicklungshaus Vertec, das in diesem Jahr das 20. Bestandsjahr feiert, ist mit ihrer gleichnamigen CRM- und ERP-Lösung auf die Dienstleistungsbranche ausgerichtet. Im Gespräch mit ICTkommunikation gibt Urs Berli, bei der Vertec-Gruppe für die Sparte Marketing und Verkauf verantwortlich, Einblick in die strategische Ausrichtung und die Ziele des Unternehmens und er verrät die Highlights der gerade erst herausgekommen Version 6.0.

ICTkommunikation: Vertec ist laut eigenen Angaben auf die Dienstleistungsbranche ausgerichtet. Das ist ein weites Feld und streckt sich eigentlich über viele Wirtschaftsfelder hinweg. Wie definieren Sie „Dienstleistungsbranche“ grundsätzlich?

Urs Berli: Bei den mittlerweile 700 Vertec-Kunden handelt es sich um Firmen aus dem Bereich "Professional Services". Dazu zählen namhafte Firmen aus den Bereichen Ingenieurwesen, Beratung/Consulting, IT-Dienstleistungen, Software-Entwicklung, Treuhand, Advokatur (Rechtsanwaltskanzleien), PR/Marketing, Finanzdienstleistungen sowie Architektur.

ICTkommunikation: Wie ist Vertec eigentlich zu dieser Ausrichtung gekommen?

Urs Berli: Zu den ersten Kunden vom Vertec – Vertec feiert dieses Jahr sein 20 Jahr Jubiläum – gehörten Rechtsanwaltskanzleien und Treuhänder. Die Leistungserfassung ist in diesen Branchen seit Jahren eine Selbstverständlichkeit.

ICTkommunikation: Wie ist die ERP-Lösung Vertec technisch aufgebaut?

Urs Berli: Sämtliche Rechen- und Arbeitsschritte (Businesslogik) laufen serverseitig ab. Auf den Geräten der Nutzer erfolgt nur die Eingabe und die Darstellung der Daten. Vertec trägt damit dem Umstand Rechnung, dass heute auch Smartphones und Tablets, die ursprünglich für den privaten Gebrauch konzipiert wurden, zunehmen für geschäftliche Zwecke im Einsatz stehen. Und Vertec lässt sich damit auch an neue Nutzungsgewohnheiten und Gerätetypen anpassen, die wir heute noch gar nicht richtig kennen.

ICTkommunikation: Ist das CRM-Modul ebenfalls eine Eigenentwicklung und was unterscheidet dieses Modul von den CRM-Lösungen der Konkurrenz?

Urs Berli: Ja, Vertec verfügt über ein integriertes, dienstleistungsspezifisches CRM. Die am Hauptsitz in Zürich entwickelte Standardsoftware besticht durch ihre Flexibilität. So lassen sich individuelle Prozesse und Anforderungen zügig umzusetzen. Diese Flexibilität bei garantierter Releasefähigkeit und die Geschwindigkeit für solche kundenspezifischen Anpassungen sind es, die Vertec gegenüber Mitbewerbern punkten lassen.

ICTkommunikation: Sie haben gerade die Version 6.0 von Vertec auf den Markt gebracht und versprechen darin Funktionserweiterungen sowie eine interessante Applikationsarchitektur. Von einer „Generalüberholung“ ist die Rede. Welches sind die Kernpunkte dieser „Generalüberholung“ und was bringt denn das Upgrade konkret für die Anwenderunternehmen Neues?

Urs Berli: Vertec 6.0 steht für Cloud-fähige Apps und eine neue Benutzeroberfläche: Unabhängig davon, ob Sie mit der Vertec Desktop App, der Vertec Web App oder der Vertec Cloud App arbeiten – die Darstellung ist immer dieselbe. Die Benutzer können wählen, welche App sie auf welchem Endgerät nutzen. Alle Apps werden mit der Vertec-Lizenz mitgeliefert.

ICTkommunikation: Ist in diesem Zusammenhang auch der CRM-Bereich weiterentwickelt worden?

Urs Berli: Ja, selbstverständlich, denn Vertec ist ein integriertes CRM und ERP für projekt- und mandatsorientiert arbeitende Dienstleister.

ICTkommunikation: Wie offen ist Vertec im Hinblick auf die Vernetzung mit den Applikationen anderer Hersteller?

Urs Berli: Die Vertec-Software dient der Kundenbeziehungspflege, dem Projektmanagement inkl. Ressourcenplanung, der Leistungserfassung, der Fakturierung, der Budgetkontrolle sowie der Nachkalkulation und dem Benchmarking (Business Intelligence). Die modular aufgebauten Branchenlösungen decken sämtliche Wertschöpfungsprozesse ab, ohne die Bereiche Rechnungswesen und Personal. Hier stellt Vertec auf bewährte Standard-Schnittstellen zu den gängigsten Buchhaltung-Systemen ab.

Vertec verfügt über sehr viele Schnittstellen. Da gehören die Anbindung von Word, Excel und Outlook ebenso dazu wie praktische Telefonanbindungen für TAPI und Skype, Dokumenten-Schnittstelle sowie Buchhaltungs-Schnittstellen zu allen gängigen Finanzbuchhaltungsprogrammen. Auch Web Services wie z.B. Google Maps oder Moneyhouse können einfach in Vertec eingebunden werden.

ICTkommunikation: Wie sieht es mit der mobilen Anbindung von Vertec und dem Zugriff auf die Unternehmensdaten via mobiler Geräte aus?

Urs Berli: Das mobile Arbeiten für CRM- und ERP- Anwendungen wird immer wichtiger: Die Nutzer wollen mit ihrem Smartphone, Tablet oder Laptop unterwegs nicht nur die Wetteraussichten und die Sportresultate abrufen können, sondern auch Leistungen oder Spesen erfassen und Kundendaten oder Projektinformationen abrufen. Vertec verfügt hierfür über diverse Apps. Moderne CRM- und ERP-Systeme müssen heute diesen Bedürfnissen entsprechen und dabei die nötige Datensicherheit gewährleisten. Unser Unternehmen hat sich dieser Herausforderung schon früh gestellt: Wir haben die Architektur unserer Software so gewählt, dass die Endgeräte primär nur noch zur Dateneingabe und -darstellung dienen. Die eigentlichen Arbeitsprozesse laufen in jedem Fall auf den Rechnern des Unternehmens oder – auf Wunsch des Kunden – auf einem sicheren externen Server ab. Damit die Daten unserer Kunden sicher sind, haben wir uns eingehend mit Sicherheitsfragen auseinandergesetzt und unser Unternehmen schon im Jahre 2013 nach den Richtlinien der ISO-Norm 27001 für Informationssicherheit zertifiziert. Dass wir die Risiken von Cloud-Lösungen offen ansprechen und uns damit auseinandersetzen, wirkt bei unseren Kunden vertrauensbildend.

ICTkommunikation: Wie sind Sie mit dem geschäflichen Verlauf des vergangenen Jahres zufrieden und welche strategischen Ziele hat sich Vertec für das neue Jahr vorgegeben?

Urs Berli: Wir sind sehr zufrieden. Einerseits konnten wir 2015 wieder einige namhafte Firmen als Vertec-Kunden gewinnen, andererseits sind wir aktuell mit dem Vertec 6.0 Release am Ende eines Investitionszyklus'. Mit Vertec 6.0, der neuen Benutzeroberfläche und den neuen Apps, sehen wir ein grosses Potential bei Neukunden wie auch bei den bestehenden Kunden. Zudem ist nach Vertec 6.0 vor Vertec 6.1, denn wir entwickeln unsere Software stetig weiter.

ICTkommunikation: Vertec unterhält auch eine Niederlassung in Hamburg. Wie sieht es mit der Markterschliessung in Deutschland derzeit aus? Haben Sie Neukunden in der Pipeline?

Urs Berli: Bereits mit den "ersten Gehversuchen" im Jahre 2009 in Deutschland konnte Vertec auf Anhieb erste Kunden gewinnen. Die Einführungsprojekte wurden dabei von der Schweiz geführt. 2012 folgte die Gründung der Hamburger Tochtergesellschaft. Neben vielen Neukunden aus den direkt adressierten Branchen Consulting, Software-Engineering und Ingenieure haben erfreulicherweise auch mehrere Anwälte den Vorteil der Flexibilität erkannt, den sie bei den gängigen Branchenlösungen in Deutschland so nicht vorfinden.
Unser Potenzial ist dabei nach wie vor gross: In Bezug auf professionelle CRM- und ERP-Lösungen ist die Entwicklung in Deutschland noch weniger ausgeprägt als in der Schweiz: Excel und Bleistift sind noch weit verbreitet. Gleichzeitig nimmt aber auch in Deutschland der Kostendruck zu, und da ist die Einführung einer professionellen Business-Software eine einfache Möglichkeit, ohne schmerzende Einschnitte die Effizienz zu steigern.

ICTkommunikation: Wie sieht es mit etwaigen Vorstössen in weitere Märkte aus – etwa nach Österreich?

Urs Berli:
Das deutschsprachige Europa ist heute unser strategischer Absatzmarkt. Kunden in Österreich werden aktuell erfolgreich aus der Schweiz "bedient". Konkret gibt es keine geographischen Expansionspläne. Aber gut vorstellbar, dass sich die Erfolgsgeschichte der Expansion nach Hamburg auch anderswo wiederholt.

ZUR FIRMA
Die Vertec Gruppe mit Sitz in Zürich, Hamburg und Reading stellt betriebswirtschaftliche Standard-Software für projektorientierte Dienstleistungsunternehmen her. Der 1996 gegründete Softwarehersteller kann auf über 700 Kunden und 16.000 Anwendern der Business-Software für „Professional Services“ verweisen. Die CRM- und ERP-Branchenlösungen von Vertec sind modular aufgebaut und dienen der Kundenbeziehungspflege, dem Projektmanagement, der Leistungserfassung, der Fakturierung und den Projektauswertungen im Sinne des Projekt-Controllings wie auch im Sinne der Nachkalkulation.
Weitere Infos: www.vertec.com

Urs Berli, Leiter Marketing und Verkauf bei der Vertec-Gruppe (Bild: Vertec)