App "Cyber Security Zone" hört Kinder heimlich ab

Verfasst von Schmolmüller/pte am 13.09.2017 - 10:12

Die südkoreanische Smartphone-App "Cyber Security Zone", die bereits 2015 aufgrund eklatanter Sicherheitslücken vom Markt genommen wurde, ist nun unter neuem Namen in Südkorea wiedererschienen. Laut Untersuchungen des Internet-Watchdogs Citizen Lab der University of Toronto waren durch die Vorgängerversion sensible Daten von Kindern Hackerangriffen schutzlos ausgeliefert.

Bei dieser App handelt es sich um eine Anwendung, die im Rahmen staatlicher Bemühungen den exzessiven Smartphone-Gebrauch junger Menschen zügeln soll. Eltern sind gesetzlich dazu verpflichtet, diese Software bei allen Kindern unter 18 Jahren zu installieren. Die Vorgängerversion trägt den Namen "Smart Sheriff". Beide Versionen sind von der Mobile Internet Business Association (MOIBA) in Auftrag gegeben worden.

"Die Sicherheitslücken dieser Apps öffnen Datendieben die Tore. Gefährdet sind sensible Informationen wie Passwörter, Handy-Nummern und andere User-Daten", heisst es in einem Statement von Citizen Lab. Ursprünglich war Smart Sheriff dazu gedacht, die Eltern darüber zu informieren, sobald Kinder sich über Sex unterhalten, Depressionen äussern oder Bullying zum Opfer fallen. Bei dieser App handelt es sich nicht um die erste, welche die Privatsphäre ihrer Anwender aufs Spiel setzt.

Von Cure53, einer deutschen Prüfgesellschaft, wurde die App als "fundamental geschädigt" deklariert. Cure53 und dem Citizen Lab zufolge ist die App nur unter dem Deckmantel eines neuen Namens wieder eingeführt worden und birgt nach wie vor die gleichen Risiken. MOIBA verneint die Gemeinsamkeiten beider Systeme. Aus einem Review der Korean Internet & Security Agency http://kisa.or.kr geht hingegen hervor, dass Cyber Security Zone in puncto Sicherheit zufriedenstellend ist.
http://moiba.or.kr
https://cure53.de