Airbnb trifft Ortstaxen-Vereinbarung mit Zug Tourismus

Verfasst von redaktion am 19.06.2017 - 04:47

Der Online-Zimmervermittler Airbnb hat die erste Ortstaxen-Vereinbarung im deutschsprachigen Raum geschlossen: Airbnb erhebt ab 1. Juli die Ortstaxe für die Schweizer Zug Tourismus. Künftig wird Airbnb über seine Plattform automatisiert die Beherbergungsabgaben für alle Gastgeber im Kanton Zug einziehen und an die Zuger Tourismusorganisation weiterleiten, wie Airbnb und Zug Tourismus gemeinsam mitteilten. Damit sei Zug der erste Schweizer Kanton, in dem ein solches automatisiertes Verfahren zum Einsatz komme. Der Kanton Zug hat rund 125.000 Bewohner.

Mit der Vereinbarung gelingt es Airbnb erstmals in der Schweiz, einen Kompromiss um den jahrelangen Zwist um die Ortstaxe zu setzen. Denn seit langem fordern Hotels gleiche Rahmenbedingungen für professionelle und private Wohnungs- und Zimmeranbieter. Airbnb kündigt in der Mitteilung auch weitere solcher Vereinbarungen an. Auf Anfrage sagte eine Sprecherin, sie rechne bereits im laufenden Jahr mit weiteren Partnerschaften. Man sei mit verschiedenen Kantonen im Dialog.

Zug Tourismus wie auch Airbnb versprechen, dass die Abgaben für Massnahmen und Einrichtungen genutzt werden, die "vorwiegend im Interesse der Abgabepflichtigen liegen". Die kantonale Tourismusorganisation nutzt das Geld für ihre Dienstleistungen und Angebote, für Marketing und um den Markt für den Zuger Tourismus zu bearbeiten. Über Airbnb haben 2016 rund 2.000 Touristen aus aller Welt bei Gastgebern in Zug übernachtet. Zug Tourismus schätzt, dass dies einem Anteil von rund 3 Prozent an der Gesamtzahl der Übernachtungen im Kanton entspricht. Der typische Zuger Gastgeber vermietete sein Zuhause im Durchschnitt für 26 Tage im Jahr und nahm damit 2.900 Franken ein, wie Airbnb in der Mitteilung angibt.